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von 1925 (Hersteller: Marconi) |
Geschichte
Unter „Funkortung“ versteht man die Bestimmung des Schiffsortes mit Hilfe von Funkwellen. Das älteste Verfahren dazu war das Funkpeilen. Anfang der 20er Jahre des vorigen Jahrhunderts war es gelungen, für den Bordbetrieb geeignete Funkempfänger und Richtantennen herzustellen. Dadurch wurde es möglich, mit Bordpeilern die Herkunftsrichtung der Funkwellen zu bestimmen und damit in Verbindung mit dem Kompass auf grosse Entfernungen zu peilen. Im Seenotfall konnte der Havarist gepeilt werden, solange er noch sendete. So steuerte man ihn an, ohne seinen genauen Schiffsort zu kennen. Ein Peilgeräte aus dieser Zeit ist der hier abgebildete Peiler von Marconi. Die Technik Um 1900 hatte J.Zenneck bei Versuchen mit verschiedenen Antennentypen erkannt, dass einige davon eine Richtwirkung haben. 1901 experimentierte Ferdinand Braun bereits mit Rahmenantennen, die sich für Peilzwecke als besonders geeignet erwiesen. Rahmenantennen bestanden aus einer um die senkrechte Achse drehbaren einzelnen Windung oder aus einer Drahtspule mit mehreren in Reihe geschalteten Windungen, deren Enden durch eine Koppelspule zu einem geschlossenen Stromkreis verbunden sind. |
Am Schiff ankommende Funkwellen werden von Schiffskörper, Schornsteinen, Antennen oder Takelage reflektiert, sodass der Peilempfänger nicht nur durch die eigentlichen Funkwellen sondern auch durch die o.g. Reflexionen erregt wird. Dadurch und zusätzlich durch unterschiedliche Tiefgänge und Empfangsfrequenzen wird das Peilergebnis beeinflusst. Die Differenz zwischen wahrer Seitenpeilung und gemessener Seitenpeilung nennt man „Funkbeschickung“ oder auch „Funkfehlweisung“. Grundsätzlich wurde die Funkbeschickung bei Inbetriebnahme der Peilanlage und danach jährlich ermittelt. Das sicherste Verfahren war der Vergleich der optischen Seitenpeilung mit den gleichzeitig aufgenommenen Funkseitenpeilungen eines Funksenders. Dazu fuhr das Schiff z.B im Abstand von wenigen Wellenlängen an einem Funkfeuer vorbei, nahm die Peilungen auf, wendet und wiederholte den Vorgang an der anderen Schiffsseite. Die erhaltenen Werte wurden in ein Diagramm eingetragen und ergaben dort die „Funkbeschickungskurve“, deren Werte nun in jede Funkpeilung einging. |
| Peilgeräte
Der erste wirklich brauchbare Peilempfänger aus deutscher Produktion war der E 225a von Telefunken aus dem Jahr 1918. Dieser Bord-Rahmenpeiler verwendete einen drehbaren 6-eckigen Mehrwindungsrahmen. Der Geradeaus- Audionempfänger war als Ein- oder Zweikreiser schaltbar, arbeitete im Bereich zwischen 150 und 1000 kHz und konnte zusätzlich mit einem HF-Verstärker zwischen Antenne und Empfänger bestückt werden. Die Antenne wurde mit einem Drehkondensator abgestimmt. rechts:
Peil-Empfänger E225a von 1918 (Mit HF-Verstärker EV 176d) |
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Schon
1919 gab es den Peiler E 258N für den Frequenzbereich zwischen 150
und 750 kHz. Die je nach Bereich auswechselbare Rahmenantenne diente zugleich
als Schwingkreisspule. Dieses Gerät hatte 5 Röhren und als erstes
eine Vorrichtung zur „Enttrübung“ des Minimums. Dazu waren 3 Stäbe
als Hilfsantennen angebracht.
Der ab 1925 gebaute E 326N bot erstmals auch eine eindeutige Seitenbestimmung durch das bereits beschriebene Ankoppeln eines Signals aus einer abgestimmten Hilfsantenne. Der E 358 (ab 1927) verfügte erstmals über eine Einknopfabstimmung für Rahmen und Audion und in der Hilfsantennen-Schaltung wurde Widerstände benutzt um eine schnelle Seitenbestimmung zu ermöglichen. Sein Frequenzbereich war 75 kHz – 1000 kHz. Dieser Empfänger wurde – leicht verändert und in einem Leichtmetallgehäuse untergebracht - als S 144N auch auf dem Luftschiff „Graf Zeppelin“ verwendet. links:Peilempfänger E 258N von 1919 |
| Einen grossen Fortschritt in der Peiltechnik brachte ab 1930 der Peilempfänger E 374N für den Bereich 222 – 527 kHz mit umpolbarer Ankopplung der Hilfsantenne (Schalterstellungen „rosa“ und „blau“) zu Erkennung der richtigen Seite. Dieses Gerät verfügte über einen mechanischen „Funkbeschicker“. |
| Dadurch
konnte an der Peilscheibe direkt die richtige Seitenpeilung abgelesen werden.
Der E 374N war der Standardpeiler auf deutschen Schiffen bis in die 50er
Jahre und wurde erst durch die Typen Telegon 1, 2,
3 und 5, Plath/Hagenuk GPE 52 und die Kleinpeiler
E516 und E616 von Debeg ersetzt.
Sichtfunkpeiler
rechts:
System des Sichtfunkpeilers |
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| Funkpeilarten
Peilt man mit dem eigenen Bordpeiler einen ungerichteten Sender, so spricht man von "Eigenpeilung“. Zur Eigenpeilung wurden entweder Funkfeuer oder andere Funkstellen benutzt, deren Position genau bekannt waren. Solche Funkfeuer waren oft zu Sendergruppen von 3 oder mehr Stationen zusammengefasst die auf der gleichen Frequenz mit unterschiedlichen Kennungen aber abwechselnder Sendezeit arbeiteten. So konnten von Bord aus kurz nacheinander Kreuzpeilungen genommen werden, ohne die Abstimmung ändern zu müssen. Alle bisher hier beschriebenen Geräte und Techniken sind zur Eigenpeilung geeignet. Bei einer "Fremdpeilung" wurden vom Schiff ungerichtete Funksignale gegeben die von besonderen, mit Richtempfängern ausgerüsteten Peilstationen an Land gepeilt wurden. An Land wurden natürlich andere und grössere Geräte und Antennen verwendet. Zum Beispiel wurden Adcock-Peilanlagen entwickelt. Dabei wird eine Gruppe von Vertikalantennen – meistens vier in symmetrischer Anordnung – in Verbindung mit einem Goniometer verwendet. Ausserdem gab es Vielfachantennenanlagen, bei denen ein Antennenpaar genau in N-S ausgerichtet war und zusätzlich bis zu 15 weitere Paare in immer gleichen Winkelabständen. Durch Drehkontaktschalter werden die Antennenpaare immer nacheinander an den Empfänger gelegt und so das Minimum und Maximum ermittelt. Das ehemalige deutsche "Nordsee-Peilfunknetz Norddeich" bestand aus den Stationen „Norddeich Gonio“/DAQ, „St. Peter Ording Gonio“/DAG und „Elbe-Weser Gonio“/DAE. Wünschte ein Schiff eine Einzelpeilung (QTE) oder seinen Schiffsort (QTF), so gab es – nach Verabredung – das Peilzeichen (vvv + Rufzeichen + Peilstrich). Die einzelnen Peilfunkstellen stellten das Ergebnis fest und meldeten es an Norddeich Radio das dem Schiff die gewünschten Daten übermittelte. Ausserdem wurde eine geschätzte Güteklasse übermittelte, die ein Masstab für die Genauigkeit der Peilungen war.: a = +/- 2 Grad, b = +/- 5 Grad und c = +/- 10 Grad. Die Meldung an das Schiff hätte z.B. lauten können: „1125 QTE DAG 228 a DAE 288 a DAQ 052 b“. Und
heute?
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