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Ernst F.W. Alexanderson Schwedischer
Elektroingenieur und Erfinder (1878-1975). Nach Abschlußprüfungen
an der Technischen Hochschule in Stockholm setzte Alexanderson seine Studien
an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg fort. Als Lehrer
hatte er dort Professor A. Slaby – ein Vorgänger auf dem Gebiet der
drahtlosen Telegrafentechnik.
1901 reiste er nach Amerika und wurde bei General Electric eingestellt. Er machte dort viele bedeutende Erfindungen, z.B. einen Einphasen-Antriebsmotor für Lokomotiven und Triebwagen. Von weit größerer Bedeutung waren aber seine Arbeiten auf dem Gebiet der Funktechnik. Ab 1904 arbeitete er u.a. an der Entwicklung eines HF-Alternators für Funkverbindungen auf Langwelle (bis 100 kHz). |
Diese
Senderbauart fand weitgehende Verwendung während und nach dem Ersten
Weltkrieg. Seine Erfindungen auf dem Gebiet der Funktechnik erhielten große
Bedeutung und Verwendung.
Er konstruierte Höhenmesser und Landungssysteme für Flugzeuge, er war der erste, der Bildübertragungen auf Kurzwelle über den Atlantik durchführen konnte und er leistete wertvolle Beiträge zur Fernsehtechnik. 1955 patentierte er einen neuen Farbfernsehempfänger. Alexanderson erhielt insgesamt 344 Patente für seine Erfindungen und Konstruktionen, die meisten für General Electric. (Nach Angaben von Bengt V. Nilson) Das Baudenkmal |
Das
Stationsgebäude in Grimeton
Entworfen und gebaut im neoklassizistischem Stil von dem Architekten Carl Äkerblad. Im Hintergrund das Antennensystem, bestehend aus sechs 127 m hohen Masten. Von den etwa zwanzig 200 kW Alexanderson-Sendern die von General Electric in den USA gebaut, und überall auf der Erde aufgestellt wurden, existiert heute nur noch der Sender in Grimeton. Das Einmalige an Grimeton ist seine Gesamtheit, alles was in den zwanziger Jahren gebaut wurde, steht heute noch da. Außer dem voll betriebsbereiten Sender kann der Besucher auch die gut erhaltenen Gebäude, die weltweit einmaligen Antennen, und das „Funkdorf“ sehen. Sogar das alte Stationsauto, ein Chevrolet aus dem Jahre 1931, steht hoch poliert da, sowie die Kraftstoffpumpe von Gulf. |
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Die
Empfangsstation
Die schwedische Empfangsstation für drahtlose Telegrafie über den Atlantik wurde in Kungsbacka gebaut. Sowohl Sender wie Empfänger waren mit der Telegrafenstation in Göteburg verbunden, wo ankommende und abgehende Telegramme gelagert wurden. Der Verkehr erreichte seinen Höhepunkt während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals war die Funkstation von größter Bedeutung für Schweden, denn es war die einzige Möglichkeit mit dem Ausland Verbindung aufzunehmen. Besonders in den Kriegsjahren 1939-1945 ermöglichte Grimeton Funkverbindungen ins Ausland, denn alle Seekabel waren zerstört. Grimeton – das Bindeglied nach Amerika Als 1895 der italienische Physiker und spätere Nobelpreisgewinner Guglielmo Marconi die drahtlose Telegraphie verwirklichte, war es möglich, Informationen über Radiowellen zu senden. Die Versuche, im Ersten Weltkrieg hatten gezeigt, daß eine Kommunikation über den Atlantik noch nicht so gut funktionierte, und das Interesse, den steigenden Telegrammverkehr nach Amerika zu verbessern, war groß. Deshalb beauftragte 1920 der Schwedische Reichstag die damalige Telegrafenverwaltung eine Langwellen-Sende- und Empfangsstation für diesen Telegrammverkehr zu bauen. Der Weg der Wellenausbreitung, der südlich von Norwegen, nördlich von Dänemark und Schottland, und dann über die offene See bis nach New York verlaufen sollte, trug entscheidend zum Standort des Senders bei. Der Ort Grimeton, etwa 10 km östlich von Varberg gelegen, entsprach diesen Anforderungen. Die offene Landschaft gab den Funkwellen freien Weg nach Westen, und der Name Grimeton war im Englischen leicht auszusprechen. Die sogenannte „Großfunkstation“ wurde in den Jahren 1922-1924 errichtet. Der wichtigste Teil des Senders ist der von Ernst Alexanderson konstruierte Wechselstromgenerator. Der in Schweden geborene Ingenieur war ein Pionier der Funktechnik, in Europa geschult, bei General Electric in Schenectady in der Nähe von New York eingestellt und später Chefingenieur der Radio Corporation of America, RCA. |
Im
Herbst 1923 war die Anlage mit Ausnahme der Antennen fertig. Die Fertigstellung
der Masten verzögerte sich wegen eines Streiks in den schwedischen
Eisenwerken. Sie wurden als letztes Teil der Anlage 1924 gebaut. Die sechs
127 m hohen Masten stehen noch heute an ihrem ursprünglichen Ort.
Sie stehen in einem Abstand von 380 m und tragen auf ihrer Spitze 46 m
lange Querarme, welche die 12 Leitungen tragen, die den sechs senkrecht
strahlenden Antennen die Leistung zuführen.
Für die Belegschaft wurde ein kleines Dorf mit Wohnhäusern für sieben Familien gebaut. Am 1. Dezember 1924 wurde die Großfunkstation Grimeton mit dem Rufzeichen SAQ auf 16.7 kHz (Wellenlänge 18 000 m) in Betrieb genommen. Im Sommer 1925 wurde Grimeton, die schwedische Funkstation für drahtlose Telegrafie nach Amerika, offiziell eröffnet. König Gustav V. kam per Auto vom Bahnhof Varberg, u.a. zusammen mit dem Konstrukteur Ernst Alexanderson. links: Die Antennen |
Freundeskreis „Alexander“ der Funkstation Grimeton |
Der
Freundeskreis „Alexander“, bestehend aus früheren Mitarbeitern der
Funkstation und anderen Interessenten, arbeitet für die Erhaltung
der alten Technik. In Studien- und Arbeitsgruppen wird das persönliche
Können jedes Einzelnen für den Betrieb des Senders und der Maschinen
entwickelt und eingesetzt.
Viel Arbeit ist bereits 1999 an den Mastaufgängen von Telia gemacht worden. Der Konservierungsplan für die gesamte Station ist im weitesten Sinne getan. Die Station gehörte zu einem Teil der Ausstellungen in Karlskrona und Västeräs. Das Amt für nationale Altertümer hat die Station auf die Liste der wichtigsten schwedischen Industrieplätze gesetzt. Sie wird hoffentlich eines Tages auch in die Liste des Welt-Kulturrrbes der UNESCO aufgenommen. 2.
Juli 2000, „Grimeton“ feiert sein 75jähriges Bestehen
links:
Renovierung der Masten
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Station1:
3515 ± 5 kHz CW 3740 ± 5 kHz SSB 7015 ± 5 kHz CW 7050 ± 5 kHz SSB |
Station2:
14035 ± 5 kHz CW 14215 ± 5 kHz SSB 21030 ± 5 kHz CW 21205 ± 5 kHz SSB 28030 ± 5 kHz CW |
links:
Am 2. Juli 2000 war das Rufzeichen SA6Q mit zwei Stationen empfangsbereit
Mit
einer eMail machte Grimeton selbst auf dieses Jubiläum aufmerksam.
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Kurzbericht
vom Tage des 75jährigen Jubiläums
Es herrschte perfektes Wetter, viele Besucher waren gekommen. Die Station selbst war gefüllt mit mehr als 300 Personen. Der Sender wurde um 08.15 UTC gestartet und alles schien in bester Ordnung – dann aber brach die Geschwindigkeitsregulierung zusammen. Senden war nicht möglich. Wir versuchen den Fehler zu finden, kein Rauch, keine schlechten Kabelverbindungen. Letztendlich entdecken wir einen Kurzschluß in einem Kabel. Neues Kabel, neuer Start. Alles in Ordnung. Die Sendung 12.30 und 12.45 läuft nach vorher angekündigtem Plan. 263 QSO’s mit SA6Q innerhalb weniger Stunden, 40 e-mails und Anrufe aus Europa und Amerika. Text und alle Bilder: Copyright Lennart Benson/SM6JJX, Publication with permission by Lennart Benson, Member of the boarder at the Alexander Grimeton Veteranradios Vänner. |