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Als junger Funkoffizier hatte ich Mitte der 60er bis Anfang der 70er Jahre Ostasien bereist. Mit den Linienschiffen des Norddeutschen Lloyd, später der Hapag Lloyd, war ich dort unterwegs. Schon lange hegte ich den Wunsch, noch einmal China, jetzt nach der Öffnung zum Westen, zu bereisen. Die Vorbereitung für die Chinareise begannen im Winter 2007. Reiseführer und auch Sprachführer wurden gewälzt, denn ein paar Brocken chinesisch wollte ich schon lernen. Dann musste noch ein neuer Reisepass her und – wichtigste Voraussetzung für eine solche Reise – das Einreisevisum bei der chinesischen Botschaft in Berlin besorgt. Schließlich wurden die vom Auswärtigen Amt empfohlenen Impfungen getätigt und Angebote diverser Reiseunternehmen sondiert. Nach den umfangreichen Vorbereitungen ging es im März 2008 endlich los. Auf
nach China
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Peking,
eine Stadt voller Eindrücke
Mein erster Eindruck von Peking war: Auto fahren möchte ich hier nicht. Es wird rechts wie links überholt. Fahrzeuge, die von den Nebenstraßen kommen, halten nicht an, sondern fahren einfach in den fließenden Verkehr. Das klappt erstaunlich gut, denn alle weichen sich irgendwie aus und vermeiden Zusammenstöße. Der Zebrastreifen wird von den chinesischen Autofahrern konsequent ignoriert. Wenn man nicht schnell genug über die Straße kommt, ist man so gut wie „tot“. Es wird nicht abgebremst, sondern man kurvt um die Fußgänger herum. 90.000 Verkehrstote im Jahr, na ja, bei 1,4 Milliarden Chinesen ... Dieser Gedanke schießt einem beim Anblick einer solchen Situation fast zwangsläufig durch den Kopf. An vielen Kreuzungen regeln Polizisten den Verkehr. Voll den Abgasen ausgesetzt, haben sie trotz Schutzmaske eine Lebenserwartung von gerade einmal 47 Jahren, lässt uns die Reiseleitung wissen. Nach einer kurzen Erfrischung im Hotel ging die Sightseeingtour los. |
| Der
Sommerpalast mit über 3.000 Hallen, Türmen, Pavillons, Promenaden
und Brücken wurde besucht. Er ist seit 1998 Weltkulturerbe.
Das neue Olympiastadion war fast fertig; die Chinesen nennen es liebevoll ihr „Vogelnest“. Da die chinesische Zeit 7 Stunden gegenüber der MEZ voraus ist, war es nun Zeit für eine erholsame Nacht. |
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| An
der Großen Mauer
Nach dem Frühstück, europäisch/amerikanisch, ging es 50 km vor die Tore Pekings, zur Großen Mauer. Das gigantische Bauwerk misst über 6.000 km, die sich über zerklüftetes Bergland schlängeln. Hunderttausende Zwangsarbeiter mussten sie um 221 bis 210 v. Chr. als Schutzmauer gegen die Steppenvölker aus dem Norden errichten. Der „Steinerne Drache“, wie die Chinesen die Mauer nennen, reicht bis an die Wüste Gobi. Zu meinem Erstaunen ist sie bis zu fünf Meter breit und bis zu neun Meter hoch. In den 50er Jahren wurde dieses riesige Bauwerk teilweise renoviert. Anschließend
wurden noch die Ming-Gräber besichtigt. Hier wurden im Laufe von 2000
Jahren dreizehn Ming-Kaiser bestattet. Der „Heilige Weg“ zu den Gräbern
ist mit lebensgroßen, aus Stein gehauenen Tieren gesäumt.
In
die Mitte des Riesenreichs
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| Ein
Höhepunkt jeder China-Reise ist der Besuch der weltberühmten
Terrakotta-Armee in Xian. Über 7.000 Soldaten und Pferde ließ
der erste Kaiser Chinas als Grabbeigabe errichten. Er war sich sicher,
auch im Jenseits Krieg führen zu müssen. Nach Vollendung der
Bauten mussten sämtliche Ingenieure und Architekten, Arbeiter, Haupt-
und Nebenfrauen, Eunuchen und Bedienstete mit ins Kaisergrab gehen. Niemand
sollte je das Geheimnis der Grabkammer lüften. Der Grabhügel
selbst wurde bis heute nicht geöffnet. Bisher hat man ca. 5.000 Terrakotta
Soldaten in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammengesetzt.
Entdeckt wurde das Ganze 1974 durch drei Bauern bei Brunnenbohrungen. Die Bauern erhielten als Belohnung ein Radio und einen Kühlschrank. Ein Bauer lebt noch; er gibt gelegentlich Autogramme an die Touristen. Fotografieren darf man diesen Zeitzeugen nicht. Die gesamte Region ist in den letzten Jahren zu einem riesigen Touristenzentrum aufgebaut worden. Sie lebt offenbar recht gut davon. |
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Shanghai
– alt trifft neu
Am nächsten Morgen brachte uns China Eastern in einem zweistündigen Flug nach Shanghai, nach Chongqing die zweitgrößte Stadt Chinas, mit ca. 17 Millionen Einwohnern. Hier trifft Altes auf Neues. Der Transrapid brachte uns in 8 Minuten in die City. Kurzzeitig wurde eine Geschwindigkeit von 430 km/h angezeigt. Laut Reiseleitung ist dieser Zug ein Zuschussgeschäft, weil ihn nur wenige Chinesen nutzen. Die überwiegende Zahl der Passagiere sind Touristen. Übrigens, der Autoverkehr hier nimmt gewaltige Dimensionen an. Um das alles in normalen Bahnen zu halten, werden täglich „nur“ 1000 Pkw-Neuzulassungen genehmigt. Damit jeder Shanghaier eine Möglichkeit bekommt, werden diese Zulassungen täglich versteigert. Man bietet eine gewisse Summe, und wartet dann ab, ob man am Nachmittag auf dem großen Bildschirm bei der Stadtverwaltung aufgeführt wird. Die Einstiegssummen beginnen bei 38.000 Yuan, das sind 3.800 €. Bei uns unvorstellbar. |
| Ein
erster Bummel durch die Altstadt von Shanghai zeigte uns endlose, schmale
Gassen mit zahlreichen Imbissständen, unzähligen kleinen Restaurants,
Kunsthandwerkstätten und geschäftigen Märkten. Am Abend
durfte natürlich der Besuch einer Akrobatik-Show nicht fehlen. Chinas
Nachwuchsartisten werden hier ausgebildet.
Am nächsten Tag dann der Gegensatz, die Weltmetropole, das moderne Shanghai mit den täglich mehr werdenden Wolkenkratzern. Der Pearl Oriental Tower ist das Wahrzeichen der Skyline am Bund im Pudongviertel, 468 m hoch mit Drehrestaurant. Wir bestiegen das Jin Mao Building, 420 m hoch und hatten eine tolle Aussicht über die ganze Stadt. Nebenan, fast vor der Vollendung, entsteht das Shanghai World Finance Center, 508 m hoch. Am Abend ist alles hell erleuchtet, es fragt sich nur wie lange noch, bei den steigenden Energiekosten. Ebenfalls hell erleuchtet die Hauptgeschäftsstraße, die Nanjing Lu. Bei Tag und Nacht herrscht hier ein quirliges Leben. Am Ende dann die alten Kaufhäuser der 20er und 30er Jahre. Im Pudong Bezirk sind 7.000 chinesische und ausländische Firmen untergebracht. Das jährliche Wachstum beträgt bis zu 17 %! Rund um das Hotelviertel werden, wie überall in Ostasien, Fuß- und andere Massagen angeboten. Das
Paradies auf Erden
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| Eindrücke
von Land und Leuten
Am nächsten Morgen erfolgte der zweieinhalbstündige Flug nach Guilin. Wir wunderten uns schon nicht mehr, als wir die Koffer dort bereits vorfanden. Dieser Service war inzwischen Normalität geworden. Guilin stellt vor allem für die Chinesen ein beliebtes Ausflugsziel dar. Eine dicke Kalkschicht wölbt sich durch Bewegung der Erdkruste und wurde vom Wasser und Wind zu kegelförmigen Bergen geformt, die der Landschaft einen einzigartigen Reiz verleihen. Während einer sechsstündigen Bootsfahrt bis nach Yangshou hatten wir Gelegenheit, diese bezaubernde Landschaft zu genießen. Fischer fangen hier mit Hilfe von Kormoranen Fische, in dem sie den Tieren den Hals abschnüren, um so die gefangenen Fische wieder herauszuholen. Die Kormorane werden natürlich vorher lange nicht gefüttert. Auf dem Rückweg besuchten wir ein typisches Bauerndorf. Was für ein Unterschied zu dem reichen China. Einfachste Hütten ohne Heizung, Wasser auf dem Hof, aber Fernsehgeräte in den kargen Räumlichkeiten. Auf den Feldern arbeitete man mit Ochsen und Kühen. Am
darauf folgenden Morgen flogen wir mit China South nach Guangzhou, dem
früheren Kanton. Guangzhou liegt am Perlfluss und war einst der einzige
Handelshafen, den Europäer anfahren durften. Der Hafen gelang so zu
großer Bedeutung. Das subtropische, schwülheiße Klima
des Südens empfing mit aller Macht und ließ uns schon nach wenigen
Minuten die Kleidung am Körper kleben. Fast wie gelähmt verzichteten
wir auf so manches Vorhaben.
Hongkong
in altem Glanz
Chinesisch
essen
Reise
in die Zukunft
Es sollte eine Reise in die Vergangenheit sein, erlebt habe ich aber die Zukunft. |