Löschfunken- / Tonfunkensender Telefunken TK 05
Fotos (4)  und 

Oben links:  Lösch- / Tonfunkensender Telefunken TK 05  Dieser Sender war bis zum 1.1.1965 als Notsender  zugelassen und wurde noch 1953 auf Neubauten eingebaut. Der TK 05 leistete 500 W HF. Oben rechts unter dem Knebel befindet sich die Löschfunkenstrecke, links daneben das Antennen-Amperemeter. Darunter sitzt die Spule aus Kupferband mit den Anzapfungen für die Arbeitsfrequenzen. 
Oben rechts:  Die Rückseite des Senders mit den Leydener Flaschen, die zusammen mit der oben bereits erwähnten Spule aus Kupferband und der Löschfunkenstrecke den Stosskreis bilden. 
Unten links:  Der TK 05 in der Seitenansicht   Unten rechts:  Die 10-teilige Serien-Löchfunkenstrecke für 500 Watt HF (1912)

Die Funkensender - Allgemeines
Links: Die 1-kreisige Marconi-Schaltung war die ursprünglich von Marconi benutzten Anordnung. Hier liegt die von einem Funkeninduktor gespeiste Funkenstrecke direkt im Antennenkreis. Diese Schaltung wies eine hohe Dämpfung auf, sodaß mit schlechtem Wirkungsgrad ein breites Frequenzsprektrum abgestrahlt wurde. Schwierigkeiten bereiteten auch die hohen Spannungen, wenn große Leistungen erreicht werden sollten. Marconi stellte mit diesem Sendertyp seine ersten Rekorde auf: Im Mai 1897 gelang es ihm bei Cardiff am Bristolkanal 5 km bis zur Insel Flatholm drahtlos mit Morsezeichen zu überbrücken, 1899 schaffte er es über den den Ärmelkanal, 1901 stellte er eine Funkverbindung über den Nordatlantik her. Der Funkeninduktor wurde aus einer 8-zelligen Batterie - vermutlich einem Bleiakkumulator - betrieben, hatte 50 cm Schlagweite und zog einen Strom von etwa 7 Ampére. Beim Entladen der Funkenstrecke war die Geräuschentwicklung heftig. Böse Zungen behaupten, die akustische Reichweite sei grösser gewesen als die elektro-magnetische.

Links:  2-kreisige Schaltung nach Ferdinand Braun Verbesserung brachte der Braun'sche gekoppelte Sender, bei dem die Funkenstrecke in einem primären Schwingkreis liegt, der induktiv an den Antennenkreis gekoppelt ist. Dadurch erreicht man geringere Spannungen an der Funkenstrecke und der Antennenkreis bekommt nur noch Hochfrequenz (HF) induziert. 
Diese Sendertyp wurde auch "Knallfunkensender" genannt, weil normale Lichtfunkenstrecken aus Kugelsektoren benutzt werden. 
Nachteilig beim Braunschen Sender ist, dass er je nach Stärke der Kopplung zwischen dem primären Erregerkreis und dem Antennenkreis gleichzeitig zwei je nach Kopplungsgrad mehr oder weniger in der Frequenz unterschiedene Wellen abstrahlt. Dies ist eine grundsätzliche Erscheinung bei gekoppelten elektrischen Schwingkreisen

Links:  2-kreisige Schaltung mit Löschfunkenstrecke 
Mit einer Löschfunkenstrecke (Erfinder: Max Wien / 1906) vermeidet man die nochmalige Zündung und erhöht so die Leistungsbilanz. Sie besteht aus Ringfunkenstrecken mit geringem Abstand und guter Wärmeableitung. Dadurch wird erreicht, dass der Funken vor Beendigung jeder Halbperiode der Speisewechselspannung erlischt und es kann keine Energie zurück in den Primärschwingkreis reflektiert werden. 
Diese "Löschfunkensender" erlaubten gegenüber den Knallfunkensendern eine Erhöhung der Funkenzahl auf bis zu 500. Während sich bei einem Knallfunkensender die Schwingungsenergie des Primärkreises nur etwa zu 20 Prozent in HF-Abstrahlung umsetzt, sind es beim Löschfunkensender 50 bis 70 Prozent. 
Da hier der Primärkreis den auf die gleiche Frequenz abgestimmten Antennenkreis zur Abstrahlung anstösst, wird er auch als Stoßkreis bezeichnet. 
Gespeist von einer 500 Hz-Maschine kann man den Ton der Löschfunkensender im Empfänger viel besser hören als das bisherige  Knacken der Knallfunkensender. Man nannte diesen Typ daher auch "Tonfunkensender" oder "System der tönenden Funken". Wegen der fast einhöckrigen Abstimmkurve wird nur eine Frequenz abgestrahlt und der Wirkungsgrad des Senders steigt auf bis zu 70 Prozent. Ausserdem ist auf der Empfängerseite eine viel genauere Abstimmung auf den gewünschten Sender möglich.
Weitere Informationen zum Thema Knall- / Lösch- / Tonfunkensender finden sie hier:

Marconi beginnt 1897 in England
Marconis Versuche am Bristol-Kanal
Slaby und Braun folgen in Deutschland
Max Wien, Telefunken und der Löschfunkensender
Die Zeit des Funkensenders - Aufsatz des Funkpioniers Jonathan Zenneck (1953)
250 Watt Löschfunkensender von Elektromekano
Beschreibung der Schiff-/Landstation Telefunken 0,5 T.K.
Löschfunkensender Telefunken 1,5 T.K.
Funkenstation des DS "Vaterland" (1913)
Bildnachweis:

Abbildungen 1 - 4  Urheber gem. §7 Urh.G.: Heinrich Busch, Berne  (2006)
Grafiken  5 - 7  Quelle:  "Die Zeit des Funkensenders" (Verf.: J. Zenneck in "50 Jahre Telefunken" / 1953 / Mit freundl. Genehmigung des DTM, Berlin)
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Version 18-may-01 / Rev.: 21-Oct-06 / 05-May-10 / HBu