Telefunken S317 H
Fotos (2)  und 

Oben:  Der Grenz- und Mittelwellensender S317 H wurde 1933 als Telefoniesender für kleine Schiffe und als Zusatzsender für Fahrgastschiffe eingeführt. Bei Telegrafiebetrieb beträgt die Leistung des Senders 100 Watt, bei Telefoniebetrieb 25 Watt. Als spezieller Schiffssender war der S317 H auch als Ersatz für die Löschfunkensender vorgesehen, die gemäss Weltfunkvertrag von Washington (1927) seit 1. Januar 1930 nicht mehr als Hauptsender eingebaut werden durften. Der S317 H arbeitet in vier Teilbereichen zwischen 375 und 3000 kHz und bietet die Betriebsarten A1 ("tonlose Telegrafie"), A2 ("tönende Telegrafie") und A3 (Telefonie). Die vier Teilbereiche sind: I: 2140 - 3000 kHz, II: 1500 - 2140 kHz, III: 500 - 1500 kHz und IV: 375 - 500 kHz. Da die Sendeleistung bei Telefonie unter 300 Watt liegt, war in den 30er Jahren des vorigen Jahrhundert zur Bedienung des Telefoniebereiches nur eine Person mit dem "Funk-Fernsprecherzeugnis" erforderlich. Bei Verwendung als Telegrafiesender musste ein Funkoffizier - damaliger Sprachgebrauch: "Funkbeamter" - an Bord sein. 
Oben:  Der S317 H ist mit 4 Röhren RS 31g bestückt, eine in der Steuerstufe, zwei Stück parallel in der Leistungsstufe und eine in der Modulationsstufe. Die Anodenspannung der RS 31g beträgt 1600 Volt, der Gesamt-Anodenstrom max. 230 mA. Alle 4 Röhren sind hinter dem aufklappbaren Deckel von der Vorderseite her gut zugänglich. Durch mechanische Kopplung der Abstimmelemente ist der zweistufig aufgebaute Sender sehr einfach zu bedienen: Oben links die Abstimmung des Steuerkreises, unten rechts die des Antennenkreises. Wegen des grossen Frequenzbereiches sind Anschlüsse für zwei Sendeantennen vorgesehen. Die Umschaltung auf die jeweils günstigere Antennenlänge erfolgt automatisch in Abhängigkeit von der Stellung des Bereichsschalters unten links. Die Antennenleitungen  werden an den Steckern oben rechts angeklemmt. Der Sender wird von einem Umformersatz mit allen notwendigen Betriebsspannungen versorgt.
Bildnachweis:

Alle Fotos (2)  Urheber gem. §7 Urh.G.: Heinrich Busch, Berne (2003)
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Version: 25-Nov-00 Rev.: 22j-Jun-03 / 09-May-10 / HBu