Sprechfunksender Telefunken Spez. 215s
Abb.: Telefunken (2)  - 

Oben:  Wirkungsweise des Spez.215 s
(Zur besseren Übersicht ist nur eine Senderöhre eingezeichnet)
Links der Steuersender (I.) mit C1 und L1 als geschlossenem Schwingkreis und L2 für die Rückkopplung aufs Steuergitter. Die Einstellung der gewünschten Frequenz erfolgt mit dem Drehkondensator C1. Über L3 gelangt die Schwingung auf das Steuergitter der Endröhren (hier ist nur eine Röhre eingezeichnet) und über L4/L5 auf die Antenne, die mit L5/L6 auf max. Ausschlag am Ampéremeter abgestimmt wird. In der Mitte unten erkennt man den Modulationsteil (III.) des Senders. 
Links:  Sprechfunksender Spez.215 S
Für den Funksprechnahverkehr auf Schiffen baute Telefunken 1928 den fremdgesteuerten Röhrensender Spez.215s für den Bereich 150 bis 330 m (909 2000 kHz) für Telefonie und für die Frequenz  600 m (500 kHz) in Telegrafie. Der Sender war mit 4 Röhren bestückt, 
je eine RV70 in der Steuer- und Modulationsstufe und zwei RS31g parallel in der Leistungsstufe. Die Leistung betrug 120 Watt, man konnte damit 50 - 60 Seemeilen überbrücken. Die komplette Schaltung war in einem Holzgehäuse untergebracht, die vier Röhren konnte man durch zwei gelöcherte Blechtürchen von der Frontseite aus erreichen. Oben sind die Anschlüsse für Antenne und Erde, darunter von links der Sende-/Empfangsumschalter (SE), das Antennenvariometer (C) und die Antennenkopplung (G). Darunter in der Mitte ein Stufenschalter (B) zur Grobabstimmung der Antenne und der Bereichsschalter (F) zur Umschaltung auf 500 kHz. Unten links sitzt der Umschalter Telefonie/Telegrafie, in der Mitte die Skalenscheibe (A) des Kondensators (C1) mit dem per Eichkurve die Sendefrequenz eingestellt wird. Für Telegrafie (A1) wird der Modulationsteil ausgeschaltet und stattdessen die Taste in die Gitterleitungen der Steuer- und Senderöhren gelegt.
Nach den 1928 geltenden Seefunk-Vorschriften durfte Funk-Telefonie im Nahverkehr Schiff-Schiff bzw. Schiff-Küstenfunkstelle nur auf Wellen "unterhalb von 200 m" (1500 kHz) durchgeführt werden. Für Funk-Telegrafie im Nahverkehr durften lediglich Wellen zwischen 600 und 800 m (375 bis 500 kHz) eigesetzt werden. Daher wurde der hier abgebildete Sender Spez.215s von der Debeg auf kleinen Schiffen oft zusammen mit dem Spez.71s eingesetzt, beide Geräte ergänzten sich für die angesprochenen Betriebsarten und Frequenzbänder gut.
Bildnachweis

Alle Abbildungen (2)  Telefunken im Senderhandbuch (Quelle: Sammlung Peter Volk, Rostock / Mit freundl. Genehmigung des DTM, Berlin am 12Feb10
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Version: 17-Jul-02 / Rev.: 06-May-10 / HBu