MS Allobrogia / HBFH
Fotos (7) und Bericht © 2008: Jakob Rösti  - Bildbearbeitung: H.-J. Körner DK1MW

Foto oben: Wie auf den Seefahrzeugen der Reederei Transports Maritimes Suisse-Outremer S.A., Genève, üblich, stand dem Funkoffizier auch auf diesem Schiff eine komplette Funkanlage ELEKTROMEKANO zur Verfügung. Am linken Bildrand ist der Haupt-Empfänger M 97 zu erkennen, rechts diagonal der Not-Sender S 105 (2-stufig, 100 Watt, 3 Röhren Type 807). In der Sendeeinheit sind von oben nach unten die Einschübe der Haupt-Sendeanlage S 649 MW 410-512 KHz (3-stufig 400 Watt), KW 4-22 MHz (6-stufig 400 Watt), GW Telephonie und die Stromversorgung untergebracht. An der Wand rechts neben der Stationsuhr hängt der Wahlschalter AT 1 für die Sendeantennen. Auf dem Tisch sieht man die beiden Morsetasten JUNKER und VIBROPLEX (Eigentum des Opr).
Oben links:   MS "Allobrogia" im Hafen von Genua.  Auf dem Achterschiff ist backbordseitig eine Motoryacht sichtbar. Sie bot Platz für rund zwanzig Personen und wurde in den Häfen, besonders wenn das Schiff auf Reede lag, für Ausflüge benutzt, was vor allem von den Passagieren geschätzt wurde.   Oben rechts:   Das Vorschiff des MS "Allobrogia"
Oben links:  Die Kommandobrücke des  MS "Allobrogia"  Am Anlegemanöver im Hafen von Genua waren der Kapitän, dann der Revierlotse und mit dem Rücken zur Kamera der Chief Mate beteiligt. Das Ruder bediente ein Leichtmatrose.
Oben rechts:  Ruderschaden  Am 22. Juni 1959 wickelte sich im Hafen von Genua die Stahlleine eines Schleppers um den Propeller und schweisste sich derart fest, dass das Antriebssystem zum Erliegen kam. In der Folge mussten in einem Schwimmdock Ruderblatt und Propeller demontiert werden. 
Oben:  MS „Allobrogia” / HBFH Auf der Poop ist die Motoryacht gut zu erkennen. 1959 fuhr MS „Allobrogia” unter einer länger dauernden Charter der Fabre Line in Paris. Der Schornstein trug die Farben Frankreichs. (Siehe auch Foto unten)
Links:MS „Allobrogia”  am  7. Juni 1959 nach einer stürmischen Atlantiküberquerung erheblich angerostet im Hafen von Algier.

MS "Allobrogia" / HBFH (die Allobrogier waren die ersten Bewohner von Genf) wurde als Bau-Nr. 535 bei der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft, Flensburg, in  Auftrag gegeben (Stapellauf 05.04.1952). Am 30. Juni 1952 ging das Schiff an die Eignerin, die Transports Maritimes Suisse-Outremer S.A., Genève, über und wurde unter die Schweizer Flagge gebracht. Rufzeichen des Schiffes: HBFH
Die Schiffsdaten:
BRT/GT: 6.205, NRT/NT: 3.299, DWT: 9.570, Länge: 144,48 Meter, Breite: 18,47 Meter, Tiefgang: 7,81 Meter, Passengers: 12, 
Crew 36-40. Maschinentyp: 6-Zylinder 6S72 Gebr. Sulzer, Winterthur, Leistung: 4200 PS, Geschwindigkeit: 13.4 kn, Propeller: 1. 

HBFH war ein moderner Stückgutfrachter, ausgerüstet mit einem 30 Tonnen SWL (Safe Working Load) Schwergutbaum „Jumbo”, 8 Ladebäumen zu 8 Tonnen SWL, sowie deren 2 zu 5 Tonnen SWL und 6 zu 3 Tonnen SWL. 
Bezüglich Innenausbau gehörte die „Allobrogia” zur absoluten Höchstklasse deutscher Schiffsbaukunst. Die luxuriösen Fahrgastkabinen standen bezüglich Ausstattung einem guten Hotel in nichts nach. Weitere Details: Bar, Korridore, alle Ess- und Aufenthaltsräume, Treppen wie auch die Kommandobrücke waren mit echten Teppichen ausgelegt und die aus Edelhölzern gefertigten Wände und Treppenaufgänge mit Gemälden namhafter Künstler dekoriert. Die Pendeltüren bestanden aus kunstvollen Glasätzungen. Überall glänzte hochpoliertes Messing. 
Das Mangement besorgte die Reederei Alpina Transports et Affrètements S.A., Antwerpen & Basel, welche das Schiff 1956 an die Suisse-Outremer S.A. de Gérance et d'Affrètement Maritimes, Genève, abtrat. Ab 9. März 1963 wurde die Einheit von der Société d'Armement Maritime Suisse-Atlantique S.A., Lausanne, bereedert. Im Dezember des gleichen Jahres wechselte der Eigner in Helica S.A., Genève. Das Management blieb bei der Suisse-Atlantique. Schiffsname und Flagge wurden beibehalten.
In den Jahren danach wechselten Besitzer und Flaggen mehrmals: 
Ab 24. Dezember 1964 an eine haïtianische Firma mit Sitz in Vaduz. Der neue Schiffsname lautete nun „Alferatz”. Unter der Flagge von Haïti wurde das Rufzeichen HHZC zugeteilt. Das Management oblag einer Firma in Port au Prince.
1966 erfolgte eine Umflaggung nach Bulgarien, mit Heimathafen Bourgas. Rufzeichen nun LZET.
1970 Umbenennung des Schiffes in „Vasil Drumev” mit Heimathafen Varna. 
1980 Wechsel als „Gevo 1” an eine libanesische Eignerin in Beirut. Neues Rufzeichen ODHT. 
Am 29. Mai 1982 Ankunft des legendären Schiffes in Karachi zur Verschrottung.
Bildnachweis

Alle Fotos (7): Urheber gem. § 7 Urh G: Jakob Rösti (mit freundl. Genehmigung 2008)
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Version:16-Feb-08 / Rev. 27-Aug-09 / 02-May-11 / HBu