Gefunden . . . in alten Telefunken-Zeitungen (III)

Dank für Unterstützung
Die Debeg erhielt am 18. April 1936 ein Schreiben der Deutschen Rundfunk-Gesellschaft, in dem diese ihren Dank ausdrückt für die Unterstützung bei den sehr gut gelungenen Rundfunkübertragungen vom Luftschiff „Hindenburg“ während seiner Deutschlandfahrt. Insbesondere erstreckt sich der Dank auch auf die vorbildliche Art, in der das Funkpersonal des Luftschiffes bei den Reportagen mit tätig war.

(Quelle: Telefunken Zeitung No. 73/Juli 1936)

Links: LZ 129 "Hindenburg"


Funkverbindungen von der Weltreise
Durch die Hamburg-Amerika-Linie erhielt die Debeg einen Auszug aus dem Reisebericht des Herrn Kommodore Kruse vom Weltreisedampfer „Reliance“ aus Hongkong vom 31. März 1936. Es heisst in diesem Brief: „Es besteht täglich Verbindung mit den New York-Stationen Chatham und Sayville; seit dem Verlassen von Rio de Janeiro konnte Verbindung mit dem Fernen Osten und Japan aufgenommen werden. Die telefonische Verbindung mit Deutschland war auch jetzt noch in den Phillippinischen Gewässern als gut zu bezeichnen.“ 
(Quelle: Telefunken Zeitung No. 73/Juli 1936).

Die spätere "Reliance" wurde 1915 für die Hapag als "Johann Heinrich Burchard" auf der Tecklenborgwerft fertiggestellt. Im Verlauf der Kriegs- und Nachkriegswirren ging das Schiff zunächst als "Limburgia" an den Königlich-Holländischen Lloyd, dann als "Reliance" an die United-States-Mail SS Co. 1926 kaufte die Hapag das Schiff und setzte es als "Reliance" auf dem Nordatlantik, danach für weltweite Kreuzfahrten ein. 1938 kenterte das Schiff nach einem Brand, wurde aufgelegt und 1940 in Bremerhaven abgewrackt. Je nach Ausbauzustand war die "Reliance" zwischen 19980 (1914) und 19527 BRT (1926) vermessen. Die 3-fach Expansionsmaschine plus 1 Abdampfturbine leisteten 17000 PS und brachten das 187,4 m lange und 21.9 m breite Schiff über drei Propeller auf max. 16 Knoten.


Eine schwierige Operation auf See.
Am 5. Februar 1936 übermittelte die Schiffsleitung des Dampfers „Ilsenstein“ der Arnold-Bernstein-Linie, dem Schnelldampfer „Europa“ des Norddeutschen Lloyd die Bitte, einen an Blinddarmentzündung erkrankten Heizer abzunehmen. Zu dieser Zeit befand sich die „Ilsenstein“ auf der Fahrt von Antwerpen nach New York auf 50 Grad 48’ nördlicher Breite und 9 Grad 29’ westlicher Länge; die „Europa“ näherte sich ihr auf heimkehrendem Kurs. Kapitän Scharf vom Dampfer „Europa“ gab sein Einverständnis.. Beide Schiffe befanden sich in unsichtigem, zum Teil nebligen Wetter. Die häufige Benutzung des Funkpeilers war zur Ansteuerung erforderlich. Zur Zeit der Annäherung war die Sicht so schlecht, dass „Europa“ von „Ilsenstein“ nur durch ihre Sirene erkannt werden konnte. Das Aussetzen des Bootes geschah im Scheinwerferlicht der „Europa“. Der Kranke wurde aus dem Rettungsboot der „Ilsenstein“ übernommen, hierauf setzten beide Schiffe ihre Fahrt fort.
Bereits drei Stunden später berichtete die Schiffsleitung der „Europa“, dass der Kranke soeben operiert sei  und der Befund eine akute Blinddarmentzündung kurz vor dem Durchbruch ergeben habe. Die Operation an Bord des Dampfers „Europa“ wurde von den Ärzten Dr. Brahms und Dr. Otto vorgenommen. Die Fahrgäste des Schnelldampfers waren vom tatkräftigen Eingreifen ihrer Schiffsleitung so begeistert, dass sie spontan für den erkrankten Heizer RM 340,- sammelten. (Quelle: Telefunken Zeitung No. 73/Juli 1936)

Die "Europa"/DOAI wurde 1928/29 bei Blohm & Voss in Hamburg gebaut. Sie war 49746 BRT gross, 285,5 m lang und 31,12 m breit. Die Maschineanlage leistete 136400 PS auf 4 Schrauben, die Höchstgeschwindigkeit war damit 29 Knoten. 1930 nahm die "Europa" dem Schwesterschiff "Bremen"/DOAH das "blaue Band" mit 27,91 Kn ab. 1945 wurde sie zunaechst als US Truppentransporter eingesetzt, ging dann aber als "Liberté" fuer Frankreich in Fahrt. 1962 wurde das Schiff in La Spezia abgewrackt.


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Version: 24-Sep-02 / Rev.: 09-Jan-10 / HBu