MS "Laplandia" / ELES2
Abbildungen (2) Andreas (Andy) Hecht 

MS "Laplandia" / ELES2 wurde 1985 in Rostock gebaut und mit der hier abgebildeten Funkstation von Elektrisk Bureau, Oslo (EB) ausgerüstet. Der Hauptsender links im Bild ist baugleich mit dem Debeg 1010 von 1981. Mit ihm konnte Telegrafie- und Telefoniebetrieb auf allen Seefunkfrequenzen zwischen 405 kHz und 26 MHz durchgeführt werden. Die Ausgangsleistung des bis zur Endstufe voll transistorisierten Senders betrug auf Kurzwelle bei SSB-Telefonie 1500 Watt, bei Telegrafie 1200 Watt. Auf Grenzwelle waren es 400 Watt, auf der Mittelwelle bei A1 400 Watt, bei A2 600 - 800 Watt. Im spartanisch ausgerüsteten Bedienfeld erkennt man rechts und links je einen Empfänger Skanti R 5001. Dieser SSB-Empfänger arbeitet im Bereich zwischen 10 kHz und 30 MHz und wurde im Seefunk als Haupt- oder Ersatzempfänger für die Sendearten A1, A2, A3, A3H-J und F1 eingesetzt. Im mittleren Block des Bedienfeldes steckt oben ein Seefunk-UKW von "SHIPMATE". Auf der Arbeitsfläche stehen je eine Morsetaste volm Typ Junker (rechts) und ETM3 (links).
Das Stückgut- und Containerschiff "Laplandia" / ELES2 wurde 1985 von der VEB Schiffswerft "Neptun" in Rostock unter der Nummer 453/1457 für die Reederei ALEUROPA, Hamburg gebaut. Die Kiellegung war am 31. August, der Stapellauf am 28. Dezember 1984 erfolgt, die Übergabe fand am 30. September 1985 statt. ALEUROPA war eine Tochterfirma der brasilianischen Reederei ALIANCA. Das neue Schiff war mit 10478 BRZ / 5522 NRZ / 12665 tdw vermessen, 150,17 Meter lang und 21 Meter breit. Ein von der VEB Maschinenbau Halberstadt in Lizenz gebauter MAN-2-Takt-Dieselmotor (K9Z 60/105 = 9 Zylinder / 600 mm Kolbendurchmesser / 1050 mm Kolbenhub) leistete 6620 kW. Die "Laplandia" war damit 16 Knoten schnell. Das Schiff fuhr unter der Flagge Liberias mit Monrovia als Heimathafen. 
1995 fuhr das Schiff als "CMBT Equinox" für CMB und ab 1996 als "Nienburg". Zwischen 1997 und 2004 wechselte der Name mehrfach zwischen "Azteka" / 4QZC und "SAFmarine Soyo" / 4QXZ, es fuhr jetzt unter der Flagge Sri Lankas mit Colombo als Heimathafen. Besonderheiten im Leben des Schiffes waren ein Grundberührung im Kongo im Sommer 2005, von der es frei geschleppt werden konnte sowie im Januar 2009 ein Maschinenschaden mit dem es nach Delaware geschleppt wurde. Ein Jahr später, im Januar 2010, wurde die ehemalige "Laplandia" zum Abbruch nach China verkauft. Die letzte registrierte AIS-Position war am 15. Januar 2010 24N43 120E31.
Bildnachweis:

Alle Fotos (2)  Urheber gem.§7 Urh.G.: Andreas (Andy) Hecht  (Mit freundl. Genehmigung im Oktober 2010))
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Version: 14-Apr-11 / Rev.: 21-May-11 / HBu