Empfänger E5  (ab 1905)
Fotos: W. Thelen (2), F. Schäperkötter (2) und H. Busch (4)   - 

Oben links:   Der E-5 von Telefunken   Ab 1906 verdrängte der Kristalldetektor die Schlömilchzelle (siehe: Empfänger E-4) immer mehr. Telefunken lieferte für diese neuen Detektoren den Primär- (Einkreis-) Detektorempfänger E5. 
Oben rechts:   Die wichtigsten Bauteile des Empfängers, der in dieser Bauform bis in die 20er Jahre eingesetzt wurde. Technisch indentisch ist der Empfänger "G.A.H.". Drehkondensator und Detektoren sind jedoch in einem pultförmigen Gehäuse untergebracht.
Unten links:   Der Drehkondensator und die 2 Kristalldetektoren. Dazwischen der Umschalter, rechts und links die Kopfhörerbuchsen.
Unten rechts:  Blick in die Antennen- und die Koppelspule. Das Zusammenspiel dieser Bauteile ist gut zu erkennen.I
In der Zeitschrift "Hansa" Ausgabe März 1912 ist der E5 wie folgt beschrieben:
Der Empfangsapparat besteht aus dem Schwingkreis zum Abstimmen der Antenne auf die ankommende Senderwelle und aus dem Detektorkreis, der die Aufgabe hat, die dem Detektor zugeführten Wellen in gewöhnlichen elektrischen Strom zu verwandeln, der auf die Membran eines Telephons einwirkt. Die an der Antenne beim Empfang auftretenden Hochfrequenzströme gelangen von der Antenne durch den Hauptschalter in den Empfangsapparat und zwar gehen sie beim Empfang von kleinen Wellen zuerst durch die primäre Spule des Empfangs- transformators, dann durch den Antennenkondensator und von hier zur Erde. Beim Empfang grosser Wellen passieren die Hochfrequenzschwingungen gleichzeitig Spule und Kondensator, d.h. beide sind parallel geschaltet, und gelangen dann zur Erde. Jeder Empfangsapparat ist mit 2 Detektoren ausgerüstet, von denen der unempfindlichere für den Nahverkehr, der hochempfindliche für den Fernverkehr dient. Das Umschalten erfolgt durch einen besonderen kleinen Schalter. Das System der "tönenden Funken" ermöglicht es, dass eine Station gleichzeitig von zwei anderen getrennt empfängt, wenn die Sender bei gleicher Wellenlänge mit verschiedener Tonhöhe arbeiten. Im allgemeinen genügt hierfür der Unterschied einer halben Oktave. Zwei Telegrafisten, jeder an einem Telephon, achten auf die höhere bezw. tiefere Tonlage. (Ende des Zitats)
Fotos oben:   Ab etwa 1908 wurde der E-5 auch als Sekundär- (Zweikreis-) Empfänger geliefert. Dieses Gerät hiess E5c und Telefunken bewies mit diesem Gerät, dass die drahtlose Telegrafie mittlerweile aus dem Labor- und Probierstadium heraus war. Der E-5 war der erste wirklich "technische" Funkempfänger: Er war geplant, berechnet und wurde in Serie hergestellt. Noch bis 1923 findet man ihn auf Fotos deutscher Seefunkstellen und erst durch den Röhrenempfänger E-266 wurde er ab 1921 zunächst ergänzt und dann verdrängt.
Oben:  Mit den unterschiedlichen Koppelspulen liess sich der Empfangsbreich des E5 zwischen 100 und 1500 kHz einstellen.
Unten:  Das Foto zeigt weites Zubehör, z.B.: Detektoren, Kopfhörer, Variometer und andere Abstimmelemente

Bildnachweis:
Abb.1, Abb.2, Abb.3 und Abb.4  Urheber gem. §7 Urh.G.:  Heinrich Busch, Berne 
Abb.5 und Abb.6  Urheber gem.§7 Urh.G.: Wolfgang Thelen, Berlin (Mit freundl. Genehmigung 2007)
Abb.7  und Abb.8  Quelle: Sammlung F. Schäperkötter  (Mit freundl. Genehmigung 2007)

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Version: 16-Jul-00 / Rev.: 19-Dec-07 / 04-Jul-11 / 06-Aug-11 / HBu