MS Alster Express / DIDL
Fotos: Heinz Löhmann (2) und Rolf Marschner, DL9CM (3)  - 

Oben:  Die Ft-Station der Alster Express / DIDL wurde 1968 zusammengestellt. Die Fotos stammen von 1970. Das linke Bild zeigt die Geräte links vom Arbeitsplatz des Funkoffiziers. Rechts oben der Wahlschalter für die Sendeantenne, darunter ein Allwellenempfänger Siemens E 566 und unten ein SSB-Empfänger Siemens E 311. Im mittleren Gestell steht der Hauptsender der Station, ein ST 1400 von Debeg (Hersteller: Standard Radio&Telefon AB) für Mittelwelle (Telegrafie) sowie Grenz- und Kurzwelle in Telegrafie und SSB-Telefonie. Am linken Bildrand ein weiteres Gestell in dem sich sicher der Notsender, das AutoAlarmgerät sowie eine kleine Schalttafel befinden.
Das rechte Foto zeigt die Geräte rechts vom Arbeitsplatz. Unter der Stationsuhr steht der Reserve- / Notempfänger, von den Abmessungen her könnte es sich um einen Debeg E 601 handeln. Rechts daneben steht der Wetterfax- Schreiber JAX-21 von JRC. Im oberen Teil befindet sich die "Schreibmimik", im unteren steckt ein Doppelsuper mit 16 quarz-kontrollierten Empfangsfrequenzen (3 - 24 MHz) die per Tastendruck ausgewählt werden. Über der Uhr ist die Signallampe "Peiler-Anforderung" (Antennen freischalten) angebracht, rechts neben der Uhr hängt ein Seefunk-UKW SEM 7 von Lorenz, der Transceiver dazu hängt rechts neben dem Rufzeichenschild.
Die "Alster Express" / DIDL wurde 1968 als Baunr. 861 von der Blohm + Voss AG für die damalige Hapag gebaut und Ende Januar 1969 als viertes Schiff in den neuen Nordatlantik-Containerdienst zwischen der US-Ostküste und Nordeuropa integriert, den die Hapag und der Norddeutscher Lloyd gemeinsam aufbauten. Das Schiff war mit 14070 BRT / 11 350 tdw vermessen, 170,9 m lang und 24,56 m breit. Für den Antrieb sorgte ein in Lizenz gebauter MAN-Dieselmotor mit 9 Zylindern (MAN K9Z 78/155 E), er leistete 15750 PSe und verlieh dem Schiff eine Geschwindigkeit von 20 Knoten. An Deck und in den Luken konnten total 730 Standard-Container (20') befördert werden.
Die hier abgebildeten Fotos zeigen die "Alster Express" / DIDL vor einem Umbau, der im Sommer 1973 von der Lisnave-Werft in Lissabon durchgeführt wurde. Dabei wurde das Schiff auf 201 Meter verlängert, die Kommandobrücke wurde angehoben und ein leeres Deck eingefügt. Die neue Vermessung ergab 17834 BRT / 15770 tdw, jetzt konnten 1096 Standard-Container befördert werden. Ab 1978 wurde die "Alster Express" mit dem Schwesterschiff "Elbe Express" / DHEE und den beiden "Halbschwestern" "Weser Express" / DLDE und "Mosel Express" / DDNG im Trans-Pazifik-Dienst der Hapag-Lloyd AG zwischen Ostasien und der Westküste Nordamerikas eingesetzt. Auch die beiden Schwesterschiffe "Main Express" und "Rhein Express" / DAHL, die 1971 und 1972 als Baunummern 879 und 880 bei Blohm + Voss für die Reederei Christian F. Ahrenkiel (Hamburg) gebaut worden waren, wurden zeitweise in diesem Dienst eingesetzt. 
Im Mai 1984 wurde die "Alster Express" an Lykes Brothers (New Orleans) verkauft, in "Sheldon Lykes" umbenannt und fuhr nun unter US-Flagge. 12 Jahre später, im Mai 1996, kam das Schiff in Alang (Indien) an, wurde auf den Strand gesetzt und dort verschrottet. 
Bildnachweis

Bild 1 und Bild 2: Urheber gem. §7 Urh.G.:  Heinz Löhmann (mit freundl. Genehmigung 2003)
Bild 3, Bild 4 und Bild 5: Urheber gem. §7 Urh.G.:  Rolf Marschner, DL9CM  (Mit freundl. Genehmigung 25-Mar-10)
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Version: 26-Mar-03 / Rev.: 28-Mar-2010 / 03-May-11 / HBu