DS "Adolf Binder" / DHKV  alias:  DS "Renata Schröder" / DLAH
Fotos: Alfred Försterling (2) und Gerhard Pätzel (5)  -

Oben: Teilansicht der Funkstation des Frachtschiffes "Adolf Binder" / DHKV. Die Station wurde 1941/42 eingerichtet. Links im Bild steht  ein Allwellenempfänger E381 von Telefunken. Der Zweikreis-Geradeausempfänger deckt in 10 Teilbereichen das Frequenzspektrum von 10 kHz bis 20 MHz ab. Ein Lautsprecher ist nicht eingebaut, der Funkdienst musste also mit dem Kopfhörer wahrgenommen werden. An der Wand oberhalb der Topfpflanze ist die Schalttafel der Funkstation sichtbar. Links im Anschluss an das Foto stand ein Mittelwellen-Telegrafiesender S 356S, den Telefunken ab 1936 herstellte. Dieser Sender arbeitete zwischen 316 und 513 kHz in den Betriebsarten A1 und  A2 und leistete 200 W. Der Umformer für den Sender stand unter dem Tisch. Nebenan in der Kammer des Funkers war das Autolarmgerät Telefunken E 372 installiert. Der Kasten mit der Notbatterie stand auf dem Peildeck über der Funkstation.
Unten: Ansicht der Funkstation des gleichen Schiffes unter den Namen "Renata Schröder" / DLAH. 1955 kam die ehemalige "Adolf Binder" / DHKV als "Renata Schröder" / DLAH wieder unter die deutsche Flagge. Während einer Werftliegezeit wurde auch eine neue Funkstation eingebaut. Gemäss einer Aufstellung (Schiffsliste 1956) der Firma Hagenuk, Kiel wurden folgende Geräte eingesetzt: Kurzwellensender KS 300, Mittelwellensender MS 351, Notsender S106c (Elektromekano mit Hagenuk-Label), Empfänger E75, Empfänger E75 KN, Autoalarmgerät AE1 M, Funkpeiler GPE 52 und Rettungsbootstation SM 108 KD2.
Oben:  Das Dampfschiff "Adolf Binder" / DHKV wurde 1941/42 von der Neptunwerft Rostock G.m.b.H., Rostock für die Hamburger Reederei Aug. Bolten, Wm. Miller´s Nachfolger gebaut. Das Schiff war mit 3515 BRT vermessen und wurde zunächst für Erzfahrten nach Lulea (Schweden) in der Ostsee und ab 1943 für den Nachschub der Eismeerfront nach Kirkenes eingesetzt. Im Novemver 1944 lief das Schiff im Soröysund in Nord-Norwegen erst in eine von einem sowjetischen U-Boot ausgelegte Minensperre und erhielt zusätzlich einen Torpedotreffer. Das Schiff konnte sich jedoch über Wasser halten und wurde zunächst nach Tromsö, dann nach Trondheim und Kristiansund geschleppt. Im Sommer 1946 wurde die "Adolf Binder" / DHKV an Belgien übergeben und in "Liége" umbenannt. 
Oben: "Renata Schröder" / DLAH  ex "Adolf Binder" / DHKV 1957 im Hafen von Veracruz / Mexiko  Im Juni 1955 kaufte die Hamburger Reederei Richard Schröder das Schiff und brachte es nach Überholungsarbeiten im September 1955 als "Renata Schröder" / DLAH wieder in Fahrt. Das Schiff war jetzt mit 3466 BRT vermessen. 
Funkoffizier Gerhard Pätzel fuhr von Juni 1957 bis Mai 1958 auf der "Renata Schröder" / DLAH und berichtet: "Wir wurden in der Zuckerfahrt von Cuba beschäftigt und im November 1957 waren wir unterwegs von Montreal nach Glasgow. Schwere See und schlechtes Wetter brachten unsere "Renata" damals in Seenot. Schlepperhilfe wurde angefordert und ohne Ruder und Maschine wurden wir nach Glasgow eingeschleppt. Nachdem der Dampfer auf Vordermann gebracht war, ging es von dort über Frankreich wieder nach Mexico."
1972 wurde das jetzt 30 Jahre alte Schiff in Istanbul abgebrochen.

Bildnachweis:
Abb.1 und Abb.4:  Urheber gem. §7 Urh.G.: Alfred Försterling  (Mit freundl. Genehmigung 17-Nov-11)
Abb.2, Abb.3, Abb.5, Abb.6 und Abb.7: Urheber gem. §7 Urh.G.: Gerhard Pätzel  (Mit freundl. Genehmigung 24-Mar-12)
Zur Seefunk-Homepage
Version: 10-Jan-12 / Rev.: 27-Mar-12 / HBu