MS Hoechst Express / DHER
Foto: Lothar Pietsch (1) und Hagenuk GmbH Kiel (2)  - 

Die "Hoechst Express" / DHER wurde 1991 in Korea gebaut, war einer letzten Schiffsneubauten mit "herkömmlicher" Funkstation und daher mit einem Funker besetzt wurde. Der Funkraum ist auf dem Hauptdeck, Sende- und Empfangsanlage sowie Antennentuner unterhalb der Brücke untergebracht. Sie werden von der hier abgebildeten Konsole im Funkraum (unterhalb der Uhren) fernbedient. Rechts neben dem Hörer das Bedienteil für den Hauptsender, links für den Notsender. Beide Sender sind bis auf die Sendeleistung identisch. Der Hauptsender leistet 400 Watt auf Mittel-, Grenz- und Kurzwelle wahlweise in den Sendearten A1, A2H, A3H und USB. Der Notsender leistet 250 Watt. Zur Stromversorgung werden 110/220V (24V für den Notbetrieb) benötigt. 
 
Sender und Empfänger werden vom gleichen Bedienteil (Foto links) angesteuert. Frequenz und Sendeart werden eingetippt und getrennt per LED angezeigt. Die Seenot- und Anruffrequenzen 500 kHz und 2182 KHz können per Tastendruck aufgerufen werden, Alarmzeichengeber für beide Frequenzen sind eingebaut.
Dem Telegrafiefunk-Alarmzeichengeber kann über die Tastatur eine Position eingegeben werden. Der Alarmzeichenempfänger für 500 kHz (Autoalarm AA 204) ist in den Funkarbeitstisch integriert. Die Abstimmung des Senders erfolgt automatisch auf GW/KW innerhalb von 1,5 Sekunden, auf MW in weniger als 10 Sekunden.
Die beiden Empfänger decken den Bereich zwischen 100 kHz und 30 MHz mit einer Auflösung von 100 Hz (Feinabstimmung 10 Hz) ab.
Im Schrank links neben der Funkkonsole (Foto ganz oben) sind eine Fernschreibanlage für Inmarsat-C und ein Seefunk-UKW untergebracht. Der Bildschirm links neben dem Laptop der Funkoffiziers (L. Pietsch) gehört zum Bedienteil des Inmarsat-A-Systems.
Die "Hoechst Express" / DHER wurde 1991 als viertes aus einer Gruppe von 8 Schwesterschiffen für die Hapag-Lloyd AG in Korea gebaut. Das Schiff ist mit 53833 BRZ / 23499 NRZ vermessen, 294 m lang und 32,30 m breit. Es kann bis zu 4639 TEU (Standard 20' Container) befördern. Die Hauptmaschine, ein 2-Takt Dieselmotor mit 7 Zylindern, leistet 36510 KW und bringt das Schiff auf 23 Knoten. Die 7 Schwesterschiffe in der Reihenfolge der Indienststellung (1991 bis 1994) sind: Hannover-, Leverkusen-, Dresden-, Ludwigshafen-, Essen-, Stuttgart- und Paris Express. Die drei letzten Schiffe wurden sofort mit Funksystemen nach GMDSS ausgstattet, die ersten fünf im Laufe des Jahres 1994 nach GMDSS umgerüstet 
Bildnachweis:

Stationsfoto: Quelle Lothar Pietsch 1992 (Mit freundl. Genehmigung 2002)
Gerätefoto und Grafik: Hagenuk GmbH (Kiel, Westring / Firma erloschen, Rechtsnachfolger bisher unbekannt)
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Version: 07-Jun-02 / Rev.: 20-Sep-09 / 21-/May-11 / HBu