Schleppkopf-Saugbagger Wado / DEDV
Fotos (3) und Infos: Hans-Jürgen Körner, DK1MW  - 

Foto links:Funkarbeitsplatz Wado / DEDV
Blick in die Seefunkstelle, die nur bei Bedarf besetzt war, nämlich dann, wenn es auf "große Reise" ging. 
Am linken Bildrand ist noch der Hauptsender ST1400c zu sehen, daran an schließt der Empfänger Siemens E566, gefolgt vom Bedien- pult mit dem Schaltfeld für die Empfangsan- tennen und einem Allwellenempfänger Debeg 755 (10 kHz - 30 MHz in 10 Teilbereichen - Original: Eddystone EC-958). Rechts das Autoalarmgerät Debeg 7230 (AA 204), darunter ein Bediengerät für das Seefunk-UKW SEM 57 von SEL mit einem Selektivrufdekoder rechts daneben. Am Arbeitsplatz rechts steht eine Junker-Morsetaste. An der Wand: Die Stationsuhr mit den roten und blau/grünen Segmenten für die Seenotpausen auf 500 kHz (Telegrafie) und 2182 kHz (Telefonie)
Foto links: Grenzwellen-Telefonieanlage
Ab Sommer 1971 verkaufte Debeg dieses Grenzwellen-Telefon von Marconi (Bezeichnung dort: Falcon I) als SE 735. Der Sender (oberer Einschub) kann mit 2182 kHz und 20 weiteren Frequenzen zwischen 1,6 und 3,8 MHz bequarzt werden. Er leistet 120 Watt im SSB-Betrieb, 100 Watt bei A1- und 50 Watt bei A3H-Betrieb.
Der Empfänger (unterer Einschub) kann mit 44 Quarzen zwischen 1,6 und 3,8 MHz (Seefunk-Grenzwellenband) für AM-Betrieb oder mit 88 Quarzen für SSB-Betrieb bestückt werden. Ausserdem ist er fest schaltbar auf 2182 kHz (A3H) und kann mit einem weiteren Quarz im Bereich 170 - 300 kHz (Langwelle) zum Empfang nationaler Wettermeldungen ausgerüstet werden. Links daneben ein weiteres Bediengerät für das Seefunk-UKW SEM 57.
Schleppkopf-Saugbagger "Wado" an seinem Liegeplatz in Wilhelmshaven im Sept. 1973
Wado" / DEDV wurde auf der IHC Smit Schiffswerft Kinderdijk, Holland, gebaut und im Dezember 1972 an die HOCHTIEF abgeliefert. Bei einer Vermessung von 6.829 BRT trug dieses Spezialschiff bei einem Tiefgang von 9 m maximal 11.600 t. Mit einer Länge über alles von 126,80 m, einer Breite auf Spanten von 18,80 m und einer Seitenhöhe mittschiffs von 10,60 m hatte das Schiff durchaus beachtliche Abmessungen. Über zwei an Teleskopen geführte Saugrohre mit einem Durchmesser von jeweils 1 m konnte der 6.300 m3 fassende Laderaum bei normaler Bodenbeschaffenheit in zwei Stunden gefüllt werden. Entleert (verklappt) wurde das Baggergut über 30 Stempel am Schiffsboden, die fernbedient geöffnet werden konnten.
Zwei nicht umsteuerbare 16-Zylinder-Zweitakt-Dieselmotoren mit Aufladung von Smit Bolnes, Typ V 316 HDK, lieferten bei 315 U/min im Dauerbetrieb eine Leistung von 2 x 3.678 kW (2 x 5.000 PS). Je nach Bedarf wurde diese Leistung sowohl für den Antrieb der Schiffsschrauben als auch der Baggerpumpen genutzt. Zwei LIPS-Verstellpropeller, angetrieben über zwei Wellen und zwei Getriebe, gaben dem Bagger die notwendige Manövrierfähigkeit, die bei Bedarf noch durch ein Bugstrahlruder erhöht werden konnte. Voll beladen erreichte das Schiff eine Freifahrtgeschwindigkeit von 14 kn. Gebaggert mit einer Geschwindigkeit über Grund von maximal 2 kn.
In den 70er Jahren war der Bagger längere Zeit auf Jade, Weser und Elbe im Einsatz, als die Jade-Ansteuerung auf eine Tiefe von 22 m, die Weser bis Bremerhaven auf 10,5 m und bis Nordenham auf 9,5 m wurden. Das Fahrwasser der Elbe zwischen dem damaligen Feuerschiff „Elbe 1" und Cuxhaven wurde seinerzeit auf 13,5 m vertieft. Der Saugbagger hatte die Klasse I 3/3 D. 1-1 E (Hochsee) und war mit einer modernen Seefunkstelle ausgerüstet.
Das Schiff fuhr später (vor 1982) als "Wado" /  PILM unter niederländscher Flagge, wurde im Herbst 2005 nach Singapur verbracht, ist heute (März 2006) als "Inai Tulip" / 9MG08 in Malaysia registriert und arbeitet in Port Kelang.
Bildnachweis:

Alle Fotos (3)  Urheber gem. § 7 Urh G: Hans-Jürgen Körner, DK1MW  (Mit freundl. Genehmigung 2006)
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Version: 18-Mar-06 / Rev.: 08-Oct-09 / 22-May-11 / HBu