Dampfer Stahleck  / DEBU
Fotos: Karlheinz Müller, DF2BA († 2007)  - 

Links: Hauptsender der Funkstation des Dampfers "Stahleck"
Der Funkoffizier (Karlheinz Müller DF2BA) sitzt vor dem Hauptsender der Station. Er scheint irgendwie "ins Leere" zu blicken und alle, die jemals telegrafiert haben, wissen: Das ist der Blick eines Funkers, der sich per Moresetaste mit einem Kollegen unterhält.
Der Schiffs-Hauptsender Elektromekano S 264 wurde ab 1952 gebaut und enthält einen Mittel- und einen Kurzwellen-Telegrafie- sender. Der Mittelwellensender im oberen Einschub leistet 400 Watt. Röhren: Zwei Philips QB 3/300 in der Endstufe und zwei  Röhren 807 in der Oszillator- und der Treiberstufe.
Der 6-stufige 400 Watt Kurzwellensender im mittleren Einschub arbeitet auf jeweils 3 Frequenzen in den Seefunkbändern zwischen 4 und 22 Mhz. Röhren: Fünf Type 807 und zwei Philips QB 3/300. Die "Control Unit" im untersten Einschub liefert und überwacht alle für den Betrieb der Sender notwendigen Spannungen.
Ab 1943 bestellte die "Schiffahrts-Treuhand GmbH", Hamburg, bei deutschen Werften und bei Werften im von Deutschland besetzten Ausland mehrere knapp 2000 BRT grosse Einheitsfrachter. Der Schiffstyp wurde "Hansa-A" genannt. Die ersten Schiffe dieses so genannten "Hansa-Bauprogramms" (Dieser Name hat Nichts mit der Bremer Reederei DDG Hansa zu tun) kamen noch 1943 in Fahrt und wurden deutschen Reedereien zugeteilt, um damit die durch den Krieg entstandenen Verluste zu ersetzen. Dieser Aktion entstammt die spätere Stahleck / DEBU. Das Schiff entstand als Baunummer 566 auf der niederländischen Werft "De Klop" N.V. in Slidrecht und lief dort im Sommer 1944 als "Marienburg" vom Stapel. Im Oktober wurde das unfertige Schiff zur "Deutsche Werft" nach Hamburg verholt und dort fertig gebaut. Die "Marienburg" war mit 1985 BRT / 872 NRT / 3239 tdw vermessen, 91,85 Meter lang und 13,53 Meter breit. Eine mit Kohle befeuerte Doppelverbund-Dampfmaschine mit Abdampfturbine leistete 1800 PSi, das Schiff sollte damit gut 11 Knoten laufen. Auf der Back und an den Seiten in Höhe des Peildecks waren Platformen für je ein Maschinengewehr angebracht. 
Nach einem Bombenangriff sank die "Marienburg" in den letzten Kriegsmonaten in Hamburg auf Grund und lag dort bis 1952.
Dann kaufte die DDG Hansa das Wrack, machte es schwimmfähig und liess es zur heutigen "Lloyd-Werft" nach Bremerhaven schleppen um es dort instandsetzen zu lassen. U.a. wurde der Dampfbetrieb auf Ölfeuerung umgestellt. Im Oktober 1952 wurde das Schiff als "Stahleck" / DEBU in Dienst gestellt. 
Karlheinz Müller, der die hier wiedergegebenen Fotos zur Verfügung stellte, sollte in Genua auf der Stahleck einsteigen. Ihm wurde mit auf den Weg gegeben: Suche das Schiff, das am heftigsten aus dem Schornstein qualmt, dann hast du die "Stahleck" gefunden.
1956 wurde die "Stahleck" in "Kattenturm" / DEBU umbenannt, 1962 an italienische Eigner verkauft und unter die Flagge von Panama gebracht. Jetzt hiess das Schiff "Mateo" / HPOL. Unter diesem Namen war es bis 1977 in Fahrt und wurde dann im Alter von 34 Jahren verschrottet.

Bildnachweis:
Stationsfoto (1)  Quelle: Karlheinz Müller, DF2BA  (Mit freundl. Genehmigung 2001)
Schiffsfoto (1)  Urheber gem. § 7 Urh G: Karlheinz Müller, DF2BA  (Mit freundl. Genehmigung 2001)
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Version:27-Nov-08 / Rev.: 06-Oct-09 / 22-May-11/ HBu