TS Bremen Express / DDUT
Fotos (8): Marianne Busch, Berne  -

Die Funkstation der "Bremen Express" DDUT ist typisch für den technischen Standard zu Beginn der 70er Jahre, hat aber bis zum Zeitpunkt dieses Fotos (1990) bereits einige Änderungen (Modernisierungen) erfahren. So stehen z.B. als Empfänger (Bei Indienststellung zwei Debeg 7200) jetzt zwei Debeg 2000 in der Station. Der Wetterkartenschreiber Hellfax BS 114 wurde durch den kleineren und weniger pflegebedürftigen ALDEN-Marine-FAX TR1 ersetzt. Die analoge Selektivruf-Anlage bestehend aus dem Decoder Siemens E-830 und dem Mehrkanalempfänger Siemens 830 CX8 (Vier Kanäle aus 8 möglichen wählbar) steckt noch im Rack unter dem Wetterkartenschreiber. Haupt- und Notsendeanlage (ST 1400 und ST 85D) sind unverändert. Als Autoalarm sieht man unter der roten Lampe das Debeg 7230.
Das Turbinenschiff "Bremen Express" / DDUT  bildete 1969 zusammen mit dem Schwesterschiff "Honkong Express" / DEBX den letzten Bau-Auftrag des Norddeutschen Lloyd an die "Hauswerft" Bremer Vulkan. Am 4. August 1972 wurde das fertige Schiff mit der Baunummer 977 an den durch Fusion zwischen der Hamburg-Amerika Linie und dem Norddeutschen Lloyd neu entstandenen Schiffahrtskonzern Hapag-Lloyd AG abgeliefert. Das Schiff war mit 57535 BRT / 48064 tdw vermessen, 287 Meter lang und 32,20 Meter breit. Es bot Stellmöglichkeiten für 2952 20'-Container. Als Antrieb dienten zwei Stal-Laval-Vulkan Getriebeturbinen, die jede auf eine Schraube wirkten. Die Gesamtleistung der beiden Anlagen betrug 60500 KW, das 2-Schrauben-Schiff konnte damit eine Dienstgeschwin- digkeit von 24 Knoten halten, der Brennstoffverbrauch betrug dann ca. 400 to täglich. Die Höchstgeschwindigkeit der "Bremen Express" lag angeblich bei 27 Knoten. Eingesetzt wurde die "Bremen Express" / DDUT zusammen mit dem Schwesterschiff "Honkong Express" / DEBX und den beiden "Halbschwestern" "Hamburg Express" / DHEC und "Tokio Express" / DNCT im Rahmen des sog. Trio-Dienstes zwischen Nordeuropa und Ost-Asien.
Die o.g. Brennstoffverbräuche sind ein Zeichen für die Sorglosigkeit, mit der man Anfang der 70er Jahre mit Resourcen umging. Erst der Preisschock durch die Ölkrise 1973/74 brachte ein Umdenken und der Ruf nach technologischen Veränderungen beim Ölverbrauch wurde laut. Ein neuerlicher Ölpreisschub 1979/80 veranlasste die Hapag-Lloyd AG zum Handeln. Die "Bremen Express" und nacheinander die o.g. Schwesterschiffe wurden 1981/82 von der Bremer Werft "A.G. Weser" zu 1-Schraubenschiffen umgebaut. Ein Turbinensatz wurde entfernt, beide Kesselanlagen blieben jedoch an Bord, sie wurden jetzt abwechseld eingesetzt. Die Maschinenleistung betrug nur noch 30000 KW, das Schiff lief damit 23 Knoten und verbrauchte dabei gut 100 to Schweröl täglich. Eine äusserliche Veränderung durch die Werftzeit brachte der sog. "Heli-Mast", der achtern auf dem Verholdeck aufgestellt worden war. Über ihn sollte der Lotse per Hubschrauber aufgenommen oder abgesetzt werden. Weil die dafür zur Verfügung stehende Fläche aber um ein Vielfaches zu klein war, wurde der Mast meines Wissens dafür nie benutzt. 
Die beiden Fotos unten zeigen die Kommandobrücke der "Bremen Express" / DDUT im Zustand von 1990. Links das Fahrpult mit Steuerstand, rechts der Kartentisch mit dem Satelliten-Navigator (System "SatNav") und die beiden Radargeräte von Krupp-Atlas.
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Die "Bremen Express" / DDUT wurde im Dezember 1991 an die taiwanesische Reederei Orient Overseas Container Line (OOCL) verkauft und in "OOCL Fame" umgetauft. Neuer Heimathafen war Hongkong, das neue Rufzeichen ELRO3. Im Sommer 1998 traf das inzwischen 26 Jahre alte Turbinenschiff als "Fame" im indischen Alang ein, wo am 26. August 1998 der Abruch begann.
Bildnachweis:

Alle Fotos (8)  Urheber gem. §7 Urh.G.: Marianne Busch, Berne  (Mit freundl. Genehmigung 1990)
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