Bericht über eine China-Rundreise im März 2008
Von © 2009: Bernd Ufer

Als junger Funkoffizier hatte ich Mitte der 60er bis Anfang der 70er Jahre Ostasien bereist. Mit den Linienschiffen des Norddeutschen Lloyd, später der Hapag Lloyd, war ich dort unterwegs. Schon lange hegte ich den Wunsch, noch einmal China, jetzt nach der Öffnung zum Westen, zu bereisen.
Die Vorbereitung für die Chinareise begannen im Winter 2007. Reiseführer und auch Sprachführer wurden gewälzt, denn ein paar Brocken chinesisch wollte ich schon lernen. Dann musste noch ein neuer Reisepass her und – wichtigste Voraussetzung für eine solche Reise – das Einreisevisum bei der chinesischen Botschaft in Berlin besorgt. Schließlich wurden die vom Auswärtigen Amt empfohlenen Impfungen getätigt und Angebote diverser Reiseunternehmen sondiert. Nach den umfangreichen Vorbereitungen ging es im März 2008 endlich los.

Auf nach China
Die Lufthansa brachte mich mit einem Direktflug nach Peking. Durch günstige Winde (Jetstream) in unserer Flughöhe waren wir nach neun Stunden vor Ort, eine halbe Stunde früher als geplant. Wir landeten schon auf dem neuen Flughafen, der extra zur Olympiade gebaut worden ist. Nach einer genauen Kontrolle durch die chinesischen Behörden konnten wir einreisen. Eine gut deutsch sprechende Reiseleiterin nahm uns in Empfang. Übrigens, ab jetzt brauchten wir uns um unser Gepäck nicht mehr zu kümmern. Peking hat 13 Millionen Einwohner und viele, die Arbeit suchen. Gepäckträger waren überall. Die Koffer wurden abgeholt und standen schon wieder im nächsten Hotelzimmer. Da wir jede dritte Nacht in einem anderen Hotel waren, eine angenehme Sache. Interessant noch die Handgepäckgepäckkontrolle auf chinesischen Flughäfen. Kein Problem mit großen Wasserflaschen, der Kontrolleur schraubt die Flaschen auf, man muss einen Schluck nehmen, und wenn man nicht umfällt, ist die Sache o. k.

Peking, eine Stadt voller Eindrücke
Mein erster Eindruck von Peking war: Auto fahren möchte ich hier nicht. Es wird rechts wie links überholt. Fahrzeuge, die von den Nebenstraßen kommen, halten nicht an, sondern fahren einfach in den fließenden Verkehr. Das klappt erstaunlich gut, denn alle weichen sich irgendwie aus und vermeiden Zusammenstöße.
Der Zebrastreifen wird von den chinesischen Autofahrern konsequent ignoriert. Wenn man nicht schnell genug über die Straße kommt, ist man so gut wie „tot“. Es wird nicht abgebremst, sondern man kurvt um die Fußgänger herum. 90.000 Verkehrstote im Jahr, na ja, bei 1,4 Milliarden Chinesen ... Dieser Gedanke schießt einem beim Anblick einer solchen Situation fast zwangsläufig durch den Kopf.
An vielen Kreuzungen regeln Polizisten den Verkehr. Voll den Abgasen ausgesetzt, haben sie trotz Schutzmaske eine Lebenserwartung von gerade einmal 47 Jahren, lässt uns die Reiseleitung wissen.
Nach einer kurzen Erfrischung im Hotel ging die Sightseeingtour los. 
Der Sommerpalast mit über 3.000 Hallen, Türmen, Pavillons, Promenaden und Brücken wurde besucht. Er ist seit 1998 Weltkulturerbe. 
Das neue Olympiastadion war fast fertig; die Chinesen nennen es liebevoll ihr „Vogelnest“.
Da die chinesische Zeit 7 Stunden gegenüber der MEZ voraus ist, war es nun Zeit für eine erholsame Nacht.
An der Großen Mauer
Nach dem Frühstück, europäisch/amerikanisch, ging es 50 km vor die Tore Pekings, zur Großen Mauer. Das gigantische Bauwerk misst über 6.000 km, die sich über zerklüftetes Bergland schlängeln. Hunderttausende Zwangsarbeiter mussten sie um 221 bis 210 v. Chr. als Schutzmauer gegen die Steppenvölker aus dem Norden errichten. Der „Steinerne Drache“, wie die Chinesen die Mauer nennen, reicht bis an die Wüste Gobi. Zu meinem Erstaunen ist sie bis zu fünf Meter breit und bis zu neun Meter hoch. In den 50er Jahren wurde dieses riesige Bauwerk teilweise renoviert.

Anschließend wurden noch die Ming-Gräber besichtigt. Hier wurden im Laufe von 2000 Jahren dreizehn Ming-Kaiser bestattet. Der „Heilige Weg“ zu den Gräbern ist mit lebensgroßen, aus Stein gehauenen Tieren gesäumt.
Am nächsten Tag besuchten wir den Kaiserpalast, die Verbotene Stadt, ein Gebäudekomplex, der 1406 – 1420 gemäß ritueller Vorschriften erbaut wurde. Nachmittags standen wir auf dem Platz des Himmlischen Friedens mit dem Tian Tan Himmelstempel. Diese Anlage wurde erst 1912 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Am Abend hatten wir dann das obligatorische Pekingenteessen. Das war doch schon etwas anderes als in unseren China-Restaurants. Anschließend bestiegen wir den Nachtzug nach Xian, der alten Hauptstadt Chinas.

In die Mitte des Riesenreichs
Wie gesagt, unser Gepäck war schon unterwegs. Wohlweislich hatten wir für zwei Personen ein Viererabteil gebucht. So hatten wir einigermaßen Platz für die elfstündige Fahrt in die Mitte des Riesenreichs. Ich wunderte mich zunächst über die chinesisch/deutsche Beschriftung des Waggons, bis die nette Schaffnerin uns erklärte, die Waggons seien aus der ehemaligen DDR.
Am Morgen gab es einiges Gedränge im einzigen Waschraum und auf der einzigen Toilette des Waggons. Aber mit etwas gutem Willen geht alles. Grünen Tee servierte uns die Schaffnerin so viel, wie wir wollten.
In Xian am Bahnhof empfing uns ebenfalls eine so charmante chinesische Reiseleiterin, wie wir sie schon in Peking erlebt hatten. Sie brachte uns zunächst ins Hotel, wo noch ein gutes, verspätetes Frühstück wartete. Und – fast möchte man sagen, wie sollte es anders sein – unsere Koffer waren tatsächlich auch schon da.
Xian ist für China eine relativ kleine Stadt mit zwei Millionen Einwohnern. Sie war ein Knotenpunkt und bedeutender Warenumschlagplatz an den wichtigsten Handelsrouten nach Zentralasien und Europa, u. a. an der Alten Seidenstraße.

Ein Höhepunkt jeder China-Reise ist der Besuch der weltberühmten Terrakotta-Armee in Xian. Über 7.000 Soldaten und Pferde ließ der erste Kaiser Chinas als Grabbeigabe errichten. Er war sich sicher, auch im Jenseits Krieg führen zu müssen. Nach Vollendung der Bauten mussten sämtliche Ingenieure und Architekten, Arbeiter, Haupt- und Nebenfrauen, Eunuchen und Bedienstete mit ins Kaisergrab gehen. Niemand sollte je das Geheimnis der Grabkammer lüften. Der Grabhügel selbst wurde bis heute nicht geöffnet. Bisher hat man ca. 5.000 Terrakotta Soldaten in mühevoller Kleinarbeit wieder zusammengesetzt.
Entdeckt wurde das Ganze 1974 durch drei Bauern bei Brunnenbohrungen. Die Bauern erhielten als Belohnung ein Radio und einen Kühlschrank. Ein Bauer lebt noch; er gibt gelegentlich Autogramme an die Touristen. Fotografieren darf man diesen Zeitzeugen nicht. Die gesamte Region ist in den letzten Jahren zu einem riesigen Touristenzentrum aufgebaut worden. Sie lebt offenbar recht gut davon.
Shanghai – alt trifft neu
Am nächsten Morgen brachte uns China Eastern in einem zweistündigen Flug nach Shanghai, nach Chongqing die zweitgrößte Stadt Chinas, mit ca. 17 Millionen Einwohnern. Hier trifft Altes auf Neues. Der Transrapid brachte uns in 8 Minuten in die City. Kurzzeitig wurde eine Geschwindigkeit von 430 km/h angezeigt. Laut Reiseleitung ist dieser Zug ein Zuschussgeschäft, weil ihn nur wenige Chinesen nutzen. Die überwiegende Zahl der Passagiere sind Touristen.

Übrigens, der Autoverkehr hier nimmt gewaltige Dimensionen an. Um das alles in normalen Bahnen zu halten, werden täglich „nur“ 1000 Pkw-Neuzulassungen genehmigt. Damit jeder Shanghaier eine Möglichkeit bekommt, werden diese Zulassungen täglich versteigert. Man bietet eine gewisse Summe, und wartet dann ab, ob man am Nachmittag auf dem großen Bildschirm bei der Stadtverwaltung aufgeführt wird. Die Einstiegssummen beginnen bei 38.000 Yuan, das sind 3.800 €.  Bei uns unvorstellbar.

Ein erster Bummel durch die Altstadt von Shanghai zeigte uns endlose, schmale Gassen mit zahlreichen Imbissständen, unzähligen kleinen Restaurants, Kunsthandwerkstätten und geschäftigen Märkten. Am Abend durfte natürlich der Besuch einer Akrobatik-Show nicht fehlen. Chinas Nachwuchsartisten werden hier ausgebildet.
Am nächsten Tag dann der Gegensatz, die Weltmetropole, das moderne Shanghai mit den täglich mehr werdenden Wolkenkratzern. Der Pearl Oriental Tower ist das Wahrzeichen der Skyline am Bund im Pudongviertel, 468 m hoch mit Drehrestaurant. Wir bestiegen das Jin Mao Building, 420 m hoch und hatten eine tolle Aussicht über die ganze Stadt. Nebenan, fast vor der Vollendung, entsteht das Shanghai World Finance Center, 508 m hoch. Am Abend ist alles hell erleuchtet, es fragt sich nur wie lange noch, bei den steigenden Energiekosten. Ebenfalls hell erleuchtet die Hauptgeschäftsstraße, die Nanjing Lu. Bei Tag und Nacht herrscht hier ein quirliges Leben. Am Ende dann die alten Kaufhäuser der 20er und 30er Jahre. Im Pudong Bezirk sind 7.000 chinesische und ausländische Firmen untergebracht. Das jährliche Wachstum beträgt bis zu 17 %! Rund um das Hotelviertel werden, wie überall in Ostasien, Fuß- und andere Massagen angeboten.

Das Paradies auf Erden
Wiederum ein Tag später steht ein Tagesausflug mit der Bahn nach Suzhou an. Die Fahrt dauerte eineinhalb Stunden. Von den Chinesen wird diese Stadt als das Paradies auf Erden bezeichnet. Zahlreiche Kanäle und enge Gassen charakterisieren die 800.000 Einwohnerstadt, die auch „Venedig des Ostens“ genannt wird. Natürlich machten wir eine Fahrt auf den Kanälen und wunderten uns, dass die chinesischen Frauen in dem Wasser ihre Wäsche waschen.
Nachdem wir in Shanghai dann noch Zeit zum Shopping hatten, spazierten wir am Huangpu-Fluss entlang, auf dem zahlreiche alte Frachtkähne fuhren. Dann ging es am Abend mit der Bahn in zwei Stunden nach Hangzhou. Marco Polo war bereits von Größe, Pracht und Reichtum dieser Stadt fasziniert. Er bezeichnete sie als die schönste Stadt der Welt.
In Hangzhou besichtigten wir die Pagode der sechs Harmonien, benannt nach den sechs Tugenden des Buddhismus, die zur Erleuchtung führen sollen. Ein lokaler Fürst ließ die Pagode 970 zum Schutz gegen Hochwasser, aber auch als praktischen Leuchtturm für die nächtliche Schifffahrt erbauen. Es schloss sich eine Fahrt auf dem Westsee an. Der See gehört zu den am häufigsten gemalten und beschriebenen Landschaften Chinas.

Eindrücke von Land und Leuten
Am nächsten Morgen erfolgte der zweieinhalbstündige Flug nach Guilin. Wir wunderten uns schon nicht mehr, als wir die Koffer dort bereits vorfanden. Dieser Service war inzwischen Normalität geworden.
Guilin stellt vor allem für die Chinesen ein beliebtes Ausflugsziel dar. Eine dicke Kalkschicht wölbt sich durch Bewegung der Erdkruste und wurde vom Wasser und Wind zu kegelförmigen Bergen geformt, die der Landschaft einen einzigartigen Reiz verleihen. Während einer sechsstündigen Bootsfahrt bis nach Yangshou hatten wir Gelegenheit, diese bezaubernde Landschaft zu genießen. Fischer fangen hier mit Hilfe von Kormoranen Fische, in dem sie den Tieren den Hals abschnüren, um so die gefangenen Fische wieder herauszuholen. Die Kormorane werden natürlich vorher lange nicht gefüttert.
Auf dem Rückweg besuchten wir ein typisches Bauerndorf. Was für ein Unterschied zu dem reichen China. Einfachste Hütten ohne Heizung, Wasser auf dem Hof, aber Fernsehgeräte in den kargen Räumlichkeiten. Auf den Feldern arbeitete man mit Ochsen und Kühen.

Am darauf folgenden Morgen flogen wir mit China South nach Guangzhou, dem früheren Kanton. Guangzhou liegt am Perlfluss und war einst der einzige Handelshafen, den Europäer anfahren durften. Der Hafen gelang so zu großer Bedeutung. Das subtropische, schwülheiße Klima des Südens empfing mit aller Macht und ließ uns schon nach wenigen Minuten die Kleidung am Körper kleben. Fast wie gelähmt verzichteten wir auf so manches Vorhaben.
Der Kantonese scheint in erster Linie zum Händler geboren zu sein, dabei nimmt er das Leben jedoch leichter als die Menschen im Norden und genießt die angenehmen Seiten des Alltags ausgiebig. Easy going nennt man das.

Hongkong in altem Glanz
Am Abend stiegen wir in den Zug ins 110 km entfernte Hongkong. Unser Hotel lag in Wan Chai, jedem Seemann bekannt als das Amüsierviertel. Unser Reiseleiter klärte uns auf, dass man alle Bars, die offene Türen haben, unbesorgt besuchen könne. Doch Bars mit geschlossenen Türen und mit „Damen“ davor, sollte man meiden.
Es ist Samstagabend und die Hölle los. Nach wie vor ist in Hongkong alles in englischer Hand, für mich sind keine Änderungen gegenüber früheren Besuchen zu erkennen. Die ehemalige britische Kronkolonie ist immer noch eine Stadt voller Kontraste. Die typische Skyline verbirgt viele unerwartete Geheimnisse und Überraschungen. Das moderne Hongkong bietet atemberaubende Wolkenkratzer, hochmoderne Einkaufszentren direkt neben alten Tempeln und traditionellen Märkten. Hongkong besteht aus 236 Inseln und einem Teil des chinesischen Festlandes, Kowloon. Es hat sich zum wichtigsten Umschlagplatz zwischen China und der Welt entwickelt.
Die erste Tour führte uns auf den Peak; 552 m oberhalb Hongkongs bot er uns eine wundervolle Aussicht auf Central Hongkong und Kowloon mit dem Ocean-Terminal. Weiter ging es zur Repulse Bay, dem beliebten Badestrand der Hongkonger. Wie bestellt, zog am Horizont ein großes Hapag-Lloyd-Containerschiff vorbei.
Die nächste Station war Aberdeen, der Fischereihafen an der Südseite der Insel. In der Taifun geschützten Bucht ankerten unzählige Fischkutter auf denen ganze Familien in mehreren Generationen wohnten. Mit einem Sampan-Boot schipperten wir durch die schwimmende Dschunkenstadt, die bald der Vergangenheit angehören wird, denn ein Yachtclub will sich dort ausbreiten. Die großen schwimmenden Restaurants sind immer noch da, aber der Service ist dort mäßig und das chinesische Essen teuer.
Mit der Star Ferry fuhren wir rüber nach Kowloon. Anders als zu meinen früheren Hongkong-Besuchen gibt es nun seit einiger Zeit auch einen Tunnel, der Hongkong mit Kowloon verbindet. Die Landebahn des ehemaligen Flughafens Kai Tak, die einst mitten in die Bucht ragte, ist verschwunden. Der neue Flughafen liegt auf Lantau, ca. 40 km außerhalb der Stadt.
Am Ocean Terminal lagen zwei große Kreuzfahrer. Auf der Nathan-Road, der größten Geschäftsstraße, war entsprechend etwas los. Hier braucht man ein dickes Portemonnaie. Uns zog es weiter, vorbei am weltbesten Hotel, dem Peninsula Hotel, zum Ladies-Market. Hier gibt es alles zu kaufen, vor allem gefälschte Markenuhren und Designer-Klamotten. Vogelmarkt und Blumenmarkt schließen sich an.
Entlang des Victoria Harbour sind im Pflaster die Stars des Hongkong-Kinos verewigt, u. a. Jackie Chan und Bruce Lee. In der Tempel Street waren wir ab 22.00 Uhr auf dem Night Market. Auf engstem Raum drängten sich Verkäufer von Bekleidung, Uhren, Kitsch, Elektronik, Garküchen, Wahrsager und Straßenartisten. Alle Nobelkarossen der westlichen Welt sind hier zu sehen. Die Lücke zwischen sagenhaftem Reichtum und tiefster Armut klafft in Hongkong weit auseinander.
Der Chinese ist ja bekanntlich sehr abergläubig. Die chinesischen Glückszahlen sind 6, 7 und 8. Die Zahl 6 bedeutet Glück, 7 Reichtum und 8 langes Leben. Wer also im Autokennzeichen viermal die Zahl 8 hat, lebt ewig. Dafür beträgt die Gebühr für ein solches Kennzeichen 4.000 Euro. In entsprechender Größenordnung liegen die Kosten für ähnliche Zahlenkombinationen. 

Chinesisch essen
Noch etwas zum chinesischen Essen. Jeden Mittag saßen wir gemeinsam an einer großen, runden Tafel. Je mehr Personen am Tisch sitzen, umso mehr Gerichte werden aufgetragen. Merke, in China kommt die Suppe immer als letzter Gang. Tee wird ununterbrochen serviert. 
Das in China angebotene Essen unterscheidet sich enorm von den Speisen, die uns aus unseren China-Restaurants bekannten sind. Man kann nie so genau sehen, was da so alles auf dem Tisch steht. Oft habe ich abgewartet, wie der Gesichtsausdruck ausgefallen ist, nachdem die anderen eine Kostprobe genommen hatten.
Je nach Region gibt es verschiedene Spezialitäten. Im Norden sind es Teigtaschen, da weiß man nie so genau, was drin ist. Im Süden bietet man kleine, gebratene Hunde an. Das hat niemand probiert. Schlangenfleisch steht auch auf der Speisekarte. Dazu ein Schlangenschnaps, der aus einer Flasche serviert wird, in der die Schlangen noch drin sind.
Beim Öffnen der Terrine mit Schildkrötensuppe reichte mir schon der Geruch. Gut schmeckte der Reisschnaps. Der 65-prozentige „Staatsschnaps“ Maotai aus Weizen und Sorghum-Hirse treibt jedem Neuling beim chinesischen „Ex“-Kommando (gan bei) die Flammen aus dem Rachen. Im Gegensatz dazu lässt sich das chinesische Bier hervorragend trinken. Das Tsing Tao Bier ist nach deutschem Reinheitsgebot gebraut, weil es 1903 in der damals deutschen Kolonie Tsingtau von einem deutschen Braumeister erstmals hergestellt worden ist.

Reise in die Zukunft
Nach fast drei Wochen China waren wir so langsam wieder an unserer schönen Heimat interessiert. Die Lufthansa brachte uns auf einem Direktflug nach Frankfurt. Leider gab es keinen Jetstream, so dass wir über 12 Stunden für den Heimflug benötigten.
Jetzt werde ich noch einige Wochen brauchen, um alle Eindrücke zu „verdauen“ sowie die vielen Fotos und Videofilme zu bearbeiten.

Es sollte eine Reise in die Vergangenheit sein, erlebt habe ich aber die Zukunft.


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Version: 05-Apr-09 / Rev.: 13-Jun-11 / HBu