Telefunken  Tonverstärker und Anruf-Apparat
Quellen: J. Zenneck, Telefunken und F. Trenkle  -  Heinrich Busch, Hambergen

NF-Amplifier (Telefunken 1910) Links:  Tonverstärker mit Morseschreiber  Schon sehr früh in der Geschichte des Seefunks hat es Versuche gegeben, den Funkoffizier durch Geräte zu ersetzen. Die beiden hier abgebildeten Apparate, die Telefunken im Jahr 1910 einführte, gehören in diese Rubrik. Auf dem Foto links ist ein sog. Resonanz- Tonverstärker mit Morseschreiber abgebildet. Hier waren an einem kardanisch aufgehängten Block drei in Serie geschaltete Resonanzkreise mit Mikrofonkontakten angebracht. Sender, die mit einer Modulation von genau 1000 Hz (=Tonfunkensender mit einer Folge von 500 Hz) einfielen, wurden durch diese Anordnung extrem verstärkt. Ein Detektorstrom von wenigen µA wurde auf bis zu 100 mA am Ausgang der 3. Stufe vor dem akustisch auf 1000 Hz abgestimmten Telefonhörer angehoben. Auch ein Gleichstromkreis für den Morseschreiber ist vorhanden. Mit Erscheinen der ersten Röhrenverstärker wenige Jahre später verschwanden diese Geräte wieder aus den Funkstationen. 
Rechts:  Einen Eindruck von den Abmessungen des Ton-/Lautverstärkers vermittelt das Foto rechts. Der Lautverstärker steht links neben dem Funker auf dem Tisch und überragt ihn fast.
Calling-Apparature (Telefunken 1910) Links:  Anruf-Apparat von Telefunken  (1910)  Um den Funkoffizier zu "entlasten" entwickelte Telefunken 1910 diesen "Anrufapparat". Er bestand im wesentlichen aus einem Galvanometer, dessen Zeiger sich bei Auftreten eines Empfangsstromes so bewegte, dass bei einem Dauersignal von 10 Sek. ein Kontakt für eine Klingel geschlossen wurde. 
Trotz kardanischer Aufhängung gegen den Seegang funktionierte der Apparat nicht zuverlässig und konnte ausserdem nicht zwischen dem Ruf auf der richtigen oder einer benachbarten Frequenz unterscheiden. Das führte zu einer Fehlerquote, wie wir sie heute wieder beim DSC-System auf GW und KW kennen. 
Auch der Anrufapparat verschwand sehr schnell wieder aus den Stationen. In diesem Fall war seine Unzuverlässigkeit der Grund. Warum wird diese Konsequenz nicht auf das oben bereits erwähnte heutige DSC übertragen?

Bildbearbeitung:
Abb.1 und Abb.3  Quelle: Jonathan Zenneck: "Lehrbuch der drahtlosen Telegrafie" (1916)
Abb.2  Quelle: Telefunken-Zeitung  (Mit freundl. Genehmigung des DTM / Schmalfuss / 2009)
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Version: 26-May-01 / Rev.: 05-Jun-11 / 11-Apr-15 / HBu